Tag-Archiv für 'soz'

Widerstand gegen Überwachungsstaat

Gefahrengebiet Hamburg
Foto: flickr/txmx2 (CC BY-NC-ND 2.0)

Klobürste als Protestsymbol. Soziale Bewegungen trotzen einem «Gefahrengebiet» in Hamburg. Florian Osuch, SoZ, 1.2.2014
Was für ein Januar in Hamburg! Die Polizei hatte nach Ausschreitungen bei einer Demonstration für den Erhalt des besetzten Zentrums Rote Flora über weite Teile der westlichen Innenstadt ein «Gefahrengebiet» verhängt. Betroffen waren die Bezirke Altona, St.Pauli und Sternschanze, wo insgesamt etwa 80.000 Menschen leben. In dieser Sonderzone konnten die Beamten verdachtsunabhängige Kontrollen durchführen und Platzverweise und Aufenthaltsverbote aussprechen. Von ihren Sonderbefugnissen machte die Polizei massiv Gebrauch. Oft reichte ein bis über das Kinn gezogener Schal oder eine Kapuzenjacke, um kontrolliert zu werden. Bis zu tausend Personen sollen von der Maßnahme betroffen gewesen sein. (mehr…)

Für Irlands Freiheit

Belfast - Wandbild zum Easter Rising
Belfast, Wandbild zum Osteraufstand 1916
Foto: flickr/dannybirchall (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor 100 Jahren entstanden die «Irish Volunteers». Aus der 1913 gegründeten Organisation ging später die historische IRA hervor.. Florian Osuch, SoZ, 1.11.2013
Seit Generationen treten in Irland Menschen für Demokratie und Selbstbestimmung ein. Die Geschichte des Freiheitskampfs ist jedoch tragisch. Bislang blieb nahezu jede Erhebung erfolglos. Noch immer hat Irland keine vollständige Souveränität. Großbritannien kontrolliert mit dem nordirischen Staatsgebilde bis heute einen beachtlichen Teil der Insel.Irische Freiheitskämpfer ließen sich von der Französischen Revolution inspirieren. Wolfe Tone, Gründer der United Irishmen (1791), wird bis heute verehrt. Eine Revolte, angeführt von Robert Emmet, schlug fehl (1803), ebenso die Battle of Ballingary (1848). Zehn Jahre später wurde in Dublin die Irish Republican Brotherhood gegründet. Sie war maßgeblich an einer Erhebung im Jahr 1867 sowie am Osteraufstand 1916 beteiligt.

Die Irish Volunteers entstanden vor 100 Jahren, im November 1913. Deren Entstehen stand im Zusammenhang mit der Home-Rule-Bewegung, das waren Bestrebungen zur stückweisen Selbstverwaltung Irlands. Erste Gesetze hatte es 1886 und 1893 gegeben. Anfang des 20. Jahrhundert erfuhr die Bewegung einen Aufschwung. (mehr…)

Im Herzen des europäischen Krisenregimes

Blockupy

Der kapitalismuskritische Zusammenschluss Blockupy ruft für Freitag, den 31. Mai 2013, zu Aktionen des zivilen Ungehorsams und zur Blockade der Europäischen Zentralbank (EZB) auf. Florian Osuch, SoZ, 31.4.2013
Damit soll der «übliche Geschäftsablauf der EZB sowie anderer Akteure des autoritären Krisenregimes und der globalen Ausbeutung öffentlich sichtbar» gestört werden, heißt es. Für Samstag, den 1.Juni, ist eine internationale Demonstration in der Bankenmetropole geplant. (mehr…)

„Kommt nach vorne!“

Dresden Nazifrei Solidarität mit Tim
IG Metall

Gefängnisstrafe für angebliche Megafondurchsagen bei Blockade gegen Neonazis in Dresden. Florian Osuch, SoZ, März 2013
Ein Berliner Antifaschist ist in Dresden wegen Aktivitäten im Zusammenhang mit Blockaden gegen einen Neonaziaufmarsch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ein Jahr und zehn Monaten Haft ohne Bewährung lautete das Urteil. Die Entscheidung des Amtsgerichts Dresden wurde bereits im Januar diesen Jahres getroffen und löste eine Welle der Solidaritätsbekundungen für den Verurteilten aus. Tim H. wurde vorgeworfen im Februar 2011 eine Gruppe Demonstrierenden auf dem Weg zu einer Blockade angeführt zu haben. Mit friedlichen Sitzblockaden hatten damals bis zu 20.000 Antifaschisten, wie bereits im Februar 2010, einen Neonaziaufzug mit bis zu 7000 Teilnehmern blockiert. (mehr…)

Umkämpfter Fanblock

Neonazis suchen Nachwuchs unter Fußballfans. Florian Osuch, SoZ, 1.1.2013
Neonazis haben scheinbar wieder den Fußball als Propagandafläche entdeckt. In NRW fallen dabei Dortmund und die Region Aachen auf. In den vergangenen Monaten machten Neonazis mit Aktivitäten in und um bundesdeutsche Fußballstadien auf sich aufmerksam. Mehrere Vorfälle ereigneten sich bei Vereinen aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere beim Erstligisten Borussia Dortmund sowie bei Alemannia Aachen aus der 3. Liga.

Beobachter der Neonazis in NRW wundert nicht, dass sich ausgerechnet bei diesen Vereinen rechte Fans unter das Publikum mischen und sich teilweise wie Fische im Wasser bewegen. Die Region Aachen sowie die Ruhrmetropole Dortmund samt Umland gelten als Hochburgen des Rechtsextremismus in NRW. Dort gibt es Kameradschaften, teils langjährig gewachsene Strukturen der Neonaziszene, und es finden regelmäßig Überfälle statt. Das NRW-Innenministerium verbot im Sommer dieses Jahres die «Kameradschaft Aachener Land» sowie den «Nationalen Widerstand Dortmund.» Insgesamt 900 Polizisten führten landesweit Razzien in Wohnungen und Räumlichkeiten von Neonazis dieser Gruppierungen durch. (mehr…)