Tag-Archiv für 'ira'

Trauer in Nord und Süd

Martin McGuinness und Michele O'Neill, Sinn Féin
Martin McGuinness und seine Nachfolgerin
Michele O‘Neill, Foto: Sinn Féin (CC BY 2.0)

In Nordirland verstarb Martin McGuinness von der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin. Florian Osuch junge Welt 23.3.2016
Nach kurzer schwerer Krankheit ist am Dienstag Martin McGuinness, langjährige Führungsfigur der irischen Linkspartei Sinn Féin, verstorben. Fast ein halbes Jahrhundert lang prägte er die Politik in Nordirland. McGuinness war zeitweilig Kommandeur der irisch-republikanischen Untergrundarmee IRA und von 2007 bis Januar dieses Jahres stellvertretender Erster Ministerpräsident von Nordirland. (mehr…)

Mord in Belfast

Belfast Wandbild Mural IRA
Wandbild in „The Markets“, Belfast
Foto: flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Ehemaliger IRA-Kommandeur getötet. Attacken und Drohungen gegen Sinn Féin vor Parlamentswahl. Florian Osuch, junge Welt, 7.5.2015
In Nordirland ist am Dienstag morgen der ehemaliger Kommandeur der Irisch-Republikanischen Armee (IRA), Gerard »Jock« Davison, von einem Unbekannten erschossen worden. Der Anschlag ereignete sich gegen 9.15 Uhr im Market-Viertel nahe dem Stadtzentrum von Belfast. Der Familienvater war auf dem Weg zur Arbeit in einem Nachbarschaftszentrum. Niemand bekannte sich bisher zu dem Attentat. (mehr…)

Strategische Feuerpause

Irisch-republikanisches Wandbild in Belfast
Irisch-republikanisches Wandbild in Belfast
Foto: flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor 20 Jahren verkündete die IRA einen Waffenstillstand. Florian Osuch, junge Welt, 30.8.2014
Von bundesdeutschen Medien weitgehend unbeachtet, verstarb in der vergangenen Woche der ehemalige irische Ministerpräsident Albert Reynolds. Er war eine Schlüsselfigur im Friedensprozeß in Nordirland. Am 31. August 1994 erklärte die IRA einen einseitigen Waffenstillstand und ebnete den Weg für Verhandlungen zu einem dauerhaften Frieden. Gerry Adams, Vorsitzender der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin, bezeichnete die Einstellung der IRA-Operationen vor 20 Jahren als »beispiellose Initiative einer ungeschlagenen Armee«. (mehr…)

Nordirland: Ablenkungsmanöver

Gerry Adams
Gerry Adams, Foto: Sinn Fein (CC BY 2.0)

In Nordirland fordern Initiativen Aufklärung von Verbrechen der britischen Armee. London zielt auf Führung von Sinn Féin. Florian Osuch, junge Welt, 13.5.2014
Mit der mehrtägigen Festnahme von Gerry Adams, Präsident der irischen Linkspartei Sinn Féin, hat der Streit um die Aufarbeitung des Nordirland-Krieges an Schärfe zugenommen. Der 65jährige war Anfang Mai wegen eines Mordes aus den frühen 1970er Jahren verhört und nach vier Tagen Befragung ohne Anklage entlassen worden. Britische Ermittler bringen den populären Politiker in Verbindung mit dem Mord an einer Frau, die 1972 von der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) aus ihrem Haus in Belfast entführt und ermordet worden war. Die IRA hatte die 37jährige Jean McConville für eine Kollaborateurin der britischen Armee gehalten. Ihren Leichnam ließ man verschwinden; erst im Jahr 2003 wurde dieser südlich der inneririschen Grenze gefunden. (mehr…)

Hintergrund: Kampf um Nordirland

Wandbild in Derry
Wandbild „Civil Rights“ in Derry
Foto: flickr/wfbakker2 (CC BY-SA 2.0)

Seit Beginn der britischen Besetzung Irlands im 12. Jahrhundert gab es in vielen Generationen Freiheitsbestrebungen. Florian Osuch, junge Welt, 3.5.2014
Ende des 19. Jahrhunderts bildeten sich Gruppen wie die »Irish Republican Brotherhood« oder die »Irish Socialist Republican Party«. Zu Ostern 1916 rebellierte eine Hand voll Aufständischer und proklamierte in Dublin eine Republik. Diese garantierte bürgerliche und religiöse Freiheiten und die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Die Erhebung wurde niedergeschlagen. Es begann der Aufstieg der Partei Sinn Féin (irisch: wir selbst). Die historische IRA begann einen Guerillakrieg. 1922 stimmte die britische Regierung der Gründung eines »Irish Free State« im südlichen Teil der Insel zu. Die irisch-republikanische Bewegung spaltete sich. Ein Teil wollte sich nicht damit abfinden, daß das Land anhand konfessioneller Linien geteilt wurde. Im nordirischen Separatstaat dominierte eine Bevölkerungsmehrheit probritischer Protestanten. Die irisch-katholische Minderheit wurde diskriminiert. (mehr…)

Späte Rache in Nordirland

Gerry Adams
Bobby Storey, Martin McGuinness und Gerry
Adams (von links) beim Begräbnis von Harry
Thompson. Foto: flickr/Sinn Fein (CC BY 2.0)

Gerry Adams von der Partei Sinn Féin festgenommen. Irisch-republikanische Politiker sehen darin Wahlbeeinflussung. Florian Osuch, junge Welt, 3.5.2014
In Nordirland ist der Chef der irischen Linkspartei Sinn Féin, Gerry Adams, am Mittwoch abend festgenommen worden. Er wird zu einem Mordfall aus den frühen 70er Jahren verhört. Die nordirische Polizei kann Adams bis zu 48 Stunden ohne Anklage festhalten, bei Redaktionsschluß war er immer noch inhaftiert.

Ermittler in Belfast untersuchen die Hintergründe des Mordes an der 37jährigen Jean McConville aus dem Jahr 1972. Die Mutter von zehn Kindern war von Mitgliedern der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) entführt, mißhandelt und ermordet worden. Ihr Leichnam wurde verscharrt und erst im Jahr 2003 im Süden der geteilten Insel zufällig gefunden. Die Untergrundorganisation hielt McConville für eine Informantin englischer Sicherheitsbehörden. In der Hochphase der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen IRA und den britischen Besatzungstruppen in Nordirland wurden immer wieder Menschen bedroht, verletzt oder getötet, wenn sie für Zuträger des Militärs oder der Polizei gehalten worden waren. (mehr…)

20 Jahre nach Anschlag: »I am truly sorry«

20 Jahre nach Anschlag in Belfast
Foto: flickr/hanszinsli (CC BY-NC-ND 2.0)

Nordirland erinnert an Anschlag vor zwanzig Jahren. Attentäter bittet um Verzeihung. Florian Osuch, junge Welt, 23.10.2013

In Belfast wird heute an die Opfer eines Bombenanschlags der IRA vor 20 Jahren erinnert. Angehörige und Freunde wollen sich vor einem ehemaligen Fischgeschäft auf der Shankill Road versammeln, einer beliebten Einkaufsstraße und Hochburg pro-britischer Paramilitärs in Nordirland. Am 23. Oktober 1993 starben dort zehn Menschen, als ein Sprengsatz explodierte. Neben acht Zivilisten wurden ein Mitglied der pro-britischen Miliz »Ulster Defence Association« (UDA) sowie der Attentäter getötet. (mehr…)

Polizeigewalt in Derry

Polizeigewalt in Derry - 1968 Jahren eskalierte in Nordirland der Protest für mehr Bürgerrechte
Wandbild in Derry
Foto: flickr/damiandude (CC BY-NC 2.0)

Vor 45 Jahren eskalierte in Nordirland der Protest für mehr Bürgerrechte. Florian Osuch, junge Welt, 5.10.2013

Fast 30 Jahre führte die Irisch Republikanische Armee (IRA) einen Guerillakrieg gegen die britische Besatzung. Inzwischen ist mit dem Friedensabkommen von 1998 eine relative Ruhe eingekehrt. Ein Auslöser für die Eskalation war das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Bürgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) Ende der 1960er Jahre. So am 5. Oktober 1968, als die NICRA in Derry demonstrierte und die berüchtigte britische Polizei Royal Ulster Constabulary (RUC, auch »B-Specials« genannt) brutal gegen die Teilnehmer des Marsches vorging. Die anwesenden Fernsehteams sendeten die Bilder der prügelnden Polizisten um die Welt.

Irische Katholiken bildeten in Nordirland die Minderheit. Mit der Teilung des Landes Anfang der 1920er Jahre und der Gründung des »Irish Free State« (siehe jW vom 1.12.2012) hatte London im Norden einen spätkolonialen Zweiklassenstaat gegründet. Einen »Protestant State for Protestant People«. Iren wurden bei der Vergabe von Jobs und der Zuweisung von Sozialwohnungen diskriminiert. Es gab politische Verfolgungen, Schikanen durch die Polizei und ein eingeschränktes Wahlrecht. (mehr…)

Bombe in Belfast verletzt Polizisten

Bombe in Belfast verletzt PolizistenBehörden machen IRA-Splittergruppen für Attentat auf Polizisten verantwortlich. Florian Osuch, junge Welt, 13.3.2013
In Nordirland haben Unbekannte in der Nacht zu Sonntag einen Sprengstoffanschlag auf eine Polizei­streife verübt. Die Beamten des Police Service of Northern Ireland (PSNI) waren per Telefon zu einem Einsatz an einen Weg nahe einer vielbefahrenden Autobahn im Norden Belfast gerufen worden, als eine Bombe detonierte. Die drei Polizisten blieben unverletzt, erlitten jedoch einen Schock. Die Umgebung sowie ein Abschnitt des M5 Motorway blieben wegen umfangreicher Sucharbeiten, die auch von Spezialisten der britischen Armee geführt wurden, bis zum Montag gesperrt. Erste Untersuchungen ergaben, daß der Sprengsatz per Mobiltelefon ferngezündet wurde, jedoch nur teilweise explodierte. (mehr…)

Ein Leben für die irische Freiheit

IRA-Aktivistin und ehemalige politische Gefangene Dolours Price verstarb 61jährig nahe Dublin. Florian Osuch, junge Welt, 26.1.2013
In Irland ist in der Nacht zu Donnerstag Dolours Price, eine Veteranin der Irisch Republikanischen Armee (IRA), im Alter von 61 Jahren verstorben. Sie wurde in ihrem Haus in der Kleinstadt Malahide nördlich der Hauptstadt Dublin tot aufgefunden. Der Independent meldete gestern, die Polizei gehe von einem Herzstillstand aus.

Dolours Price stammte aus einer Familie irisch-republikanischer Aktivisten. Ihr Vater war in den 1930er Jahren Mitglied des sozialistischen »Republican Congress«, ihre Mutter Mitglied der Frauenorganisation »Cumann na mBan«. Price wurde in Belfast geboren und schloß sich bereits in den späten 1960er Jahren der irischen Freiheitsbewegung an. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Marian Price, ebenfalls eine politische Aktivistin, gehörte sie in den frühen 1970er Jahren zu den ersten Frauen, die Mitglieder der IRA wurden. (mehr…)

Mit friedlichen Mitteln

Wandbild mural in Belfast Ireland INLA IRSP RSM
Wandbild in West-Belfast flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

IRA-Splittergruppe INLA erklärt ihren bewaffneten Kampf für beendet.
Florian Osuch junge Welt 13.10.2009

Die Irish National Liberation Army (INLA) hat am Sonntag ihren bewaffneten Kampf gegen die britische Besatzung im Norden Irlands für beendet erklärt. Martin McMonagle vom politischen Arm der INLA überbrachte die Nachricht während einer Gedenkveranstaltung im irischen Wicklow. Die INLA werde in Zukunft ausschließlich mit friedlichen Mitteln für eine sozialistische irische Republik eintreten. Zu diesem Schluß sei die Untergrundorganisation nach ausführlichen Debatten und Beratungen gekommen. »Der bewaffnete Kampf ist beendet«, hieß es unmißverständlich. Martin McMonagle äußerte, daß sich seine Bewegung den Analysen der INLA anschließe und den Schritt zum Aufbau einer linken Partei auf den Grundsätzen von »Gleichheit, Gerechtigkeit, Würde und Menschenrechte« voll unterstützte.
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Weiß, rechts, britisch

Combat 18 Keep Ulster White
flickr/PPCC Antifa

Neonazis aus England greifen nach Irland. Dort kommt es nach dem Ende des wirtschaftlichen Aufschwungs zu einem Erstarken von Rassismus.

Florian Osuch in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 83: Sommer 2009.

Die Neonazipartei British National Party (BNP) plant eine Expansion nach Irland. Nach einigen Wahlerfolgen in den vergangenen Jahren in Großbritannien möchte die BNP jetzt erstmalig in Nordirland Fuß fassen. Zuletzt bezeichnete der BNP-Parteichef Nick Griffin, Ulster als eine Priorität.
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Die Freiheitskämpferin

Vor 20 Jahren wurden drei IRA-Mitglieder in Gibraltar erschossen. Unter ihnen war die Feministin und Sozialistin Mairéad Farrell
Florian Osuch junge Welt 7.8.2008

Bild von Mairéad FarrellIn Belfast finden am heutigen Freitag Gedenkfeiern für drei getötete Mitglieder der irischen Untergrundarmee IRA statt. Trotz der Proteste britischer Parteien wird die irische Linkspartei Sinn Féin im nordirischen Parlament an Danny McCann, Seán Savage und Mairéad Farrell [englisch] erinnern. Die drei wurden am 6. März 1988 in der britischen Kolonie Gibraltar von einem Kommando der SAS, einer Spezialeinheit der britischen Armee, getötet. Zu einem Gedenkmarsch am Sonntag wird auch Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams erwartet.
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Ein Leben für Irlands Freiheit

IRA-Mitbegründer und ehemaliger Sinn-Féin-Politiker John Kelly in Nordirland gestorben. Florian Osuch junge Welt 08.09.2007

In der Nacht zu Donnerstag ist das Gründungsmitglied der Irisch Republikanischen Armee (IRA) und späterer Sinn-Féin-Politiker John Kelly gestorben. Der 71jährige gehörte zum kleinen Kreis von Aktivisten, welche in den frühen 1970er Jahren die IRA nach faktischer Bedeutungslosigkeit reaktivierten. Das war die Antwort auf Pogrome britisch-protestantischer Milizen gegen die irische Bevölkerungsminderheit.
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Chance auf Frieden nach 30 Jahren Krieg

mural belfast
Wandbild in Belfast: Time for peace, time go!
flickr/Miss Copenhagen (CC BY-NC-ND 2.0)

Florian Osuch junge Welt 10.05.2007

Das Kunststück scheint geglückt. Nach Jahren britischer Direktherrschaft wird seit Beginn der Woche der Norden Irlands wieder durch eine eigene Regionalregierung vertreten. Bis zuletzt war nicht sicher, ob sich die Democratic Unionist Party (DUP) – die größte Partei im probritischen Lager – zu einer Allparteienregierung unter Einbeziehung der irisch-nationalistischen Sinn Féin durchringen würde. Zu oft hatte DUP-Chef Ian Paisley den »Dr. No« gespielt und selbst den indirekten Kontakt über Unterhändler zu Sinn Féin verweigert.
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