Tag-Archiv für 'gerry-adams'

Sinn Féin stark wie nie

Gerry Adams und Michele O'Neill, Sinn Féin
Gerry Adams und Michele O‘Neill, Sinn Féin
Foto: Sinn Féin (CC BY 2.0)

Nordirland: Probritische Parteien verlieren Mehrheit bei Regionalwahlen. »Brexit« und innerirische Grenze bleiben Streitpunkte. Florian Osuch junge Welt 6.3.2016
Aus den vorgezogenen Neuwahlen in Nordirland ist die rechte, probritische Democratic Unionist Party (DUP) erneut als Siegerin hervorgegangen. Die Partei der amtierenden Ministerpräsidentin Arlene Foster liegt mit 28,1 Prozent der Stimmen trotz geringer Verluste weiterhin knapp vor der linksrepublikanischen Sinn Féin. Für sie votierten 27,9 Prozent der Wähler – dies ist ihr bislang bestes Ergebnis. Mit deutlichem Abstand folgen die Ulster Unionist Party (UUP) mit 12,9 Prozent und die Sozialdemokraten der Social Democratic and Labour Party (SDLP) mit 11,9 Prozent. (mehr…)

Strategische Feuerpause

Irisch-republikanisches Wandbild in Belfast
Irisch-republikanisches Wandbild in Belfast
Foto: flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Vor 20 Jahren verkündete die IRA einen Waffenstillstand. Florian Osuch, junge Welt, 30.8.2014
Von bundesdeutschen Medien weitgehend unbeachtet, verstarb in der vergangenen Woche der ehemalige irische Ministerpräsident Albert Reynolds. Er war eine Schlüsselfigur im Friedensprozeß in Nordirland. Am 31. August 1994 erklärte die IRA einen einseitigen Waffenstillstand und ebnete den Weg für Verhandlungen zu einem dauerhaften Frieden. Gerry Adams, Vorsitzender der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin, bezeichnete die Einstellung der IRA-Operationen vor 20 Jahren als »beispiellose Initiative einer ungeschlagenen Armee«. (mehr…)

Nordirland: Ablenkungsmanöver

Gerry Adams
Gerry Adams, Foto: Sinn Fein (CC BY 2.0)

In Nordirland fordern Initiativen Aufklärung von Verbrechen der britischen Armee. London zielt auf Führung von Sinn Féin. Florian Osuch, junge Welt, 13.5.2014
Mit der mehrtägigen Festnahme von Gerry Adams, Präsident der irischen Linkspartei Sinn Féin, hat der Streit um die Aufarbeitung des Nordirland-Krieges an Schärfe zugenommen. Der 65jährige war Anfang Mai wegen eines Mordes aus den frühen 1970er Jahren verhört und nach vier Tagen Befragung ohne Anklage entlassen worden. Britische Ermittler bringen den populären Politiker in Verbindung mit dem Mord an einer Frau, die 1972 von der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) aus ihrem Haus in Belfast entführt und ermordet worden war. Die IRA hatte die 37jährige Jean McConville für eine Kollaborateurin der britischen Armee gehalten. Ihren Leichnam ließ man verschwinden; erst im Jahr 2003 wurde dieser südlich der inneririschen Grenze gefunden. (mehr…)

Späte Rache in Nordirland

Gerry Adams
Bobby Storey, Martin McGuinness und Gerry
Adams (von links) beim Begräbnis von Harry
Thompson. Foto: flickr/Sinn Fein (CC BY 2.0)

Gerry Adams von der Partei Sinn Féin festgenommen. Irisch-republikanische Politiker sehen darin Wahlbeeinflussung. Florian Osuch, junge Welt, 3.5.2014
In Nordirland ist der Chef der irischen Linkspartei Sinn Féin, Gerry Adams, am Mittwoch abend festgenommen worden. Er wird zu einem Mordfall aus den frühen 70er Jahren verhört. Die nordirische Polizei kann Adams bis zu 48 Stunden ohne Anklage festhalten, bei Redaktionsschluß war er immer noch inhaftiert.

Ermittler in Belfast untersuchen die Hintergründe des Mordes an der 37jährigen Jean McConville aus dem Jahr 1972. Die Mutter von zehn Kindern war von Mitgliedern der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) entführt, mißhandelt und ermordet worden. Ihr Leichnam wurde verscharrt und erst im Jahr 2003 im Süden der geteilten Insel zufällig gefunden. Die Untergrundorganisation hielt McConville für eine Informantin englischer Sicherheitsbehörden. In der Hochphase der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen IRA und den britischen Besatzungstruppen in Nordirland wurden immer wieder Menschen bedroht, verletzt oder getötet, wenn sie für Zuträger des Militärs oder der Polizei gehalten worden waren. (mehr…)

Friedensaktivistin in Haft

Protest gegen militärische Nutzung des Flughafen Shannon, Irland. Protest against military using of Shannon airport, Ireland
Shannon-Airport: Protest gegen US-Militär
flickr/Labour Youth (CC BY-NC-SA 2.0)

In Irland wird eine 79jährige seit Mitte Januar festgehalten. Sie hatte gegen das US-Militär demonstriert. Florian Osuch junge Welt 10.2.2014
In Irland sitzt seit Mitte Januar die bekannte Friedensaktivistin Margaretta D’Arcy im Gefängnis. Sie protestierte mit ihrer »Galway Alliance Against War« seit Jahren gegen die militärische Nutzung des Flughafen Shannon als Drehkreuz für das US-Militär. Die 79jährige wurde zu einer Art »Präventivhaft« verurteilt, weil sie es ablehnt, eine Erklärung zu unterzeichnen, sich fortan von dem Flughafen fernzuhalten. Die Friedensgruppen um D’Arcy hatten sich in der Vergangenheit auch Mitteln des zivilen Ungehorsams bedient, um gegen die Präsenz der US-Streitkräfte zu protestieren. (mehr…)

Polizeigewalt in Derry

Polizeigewalt in Derry - 1968 Jahren eskalierte in Nordirland der Protest für mehr Bürgerrechte
Wandbild in Derry
Foto: flickr/damiandude (CC BY-NC 2.0)

Vor 45 Jahren eskalierte in Nordirland der Protest für mehr Bürgerrechte. Florian Osuch, junge Welt, 5.10.2013

Fast 30 Jahre führte die Irisch Republikanische Armee (IRA) einen Guerillakrieg gegen die britische Besatzung. Inzwischen ist mit dem Friedensabkommen von 1998 eine relative Ruhe eingekehrt. Ein Auslöser für die Eskalation war das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Bürgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) Ende der 1960er Jahre. So am 5. Oktober 1968, als die NICRA in Derry demonstrierte und die berüchtigte britische Polizei Royal Ulster Constabulary (RUC, auch »B-Specials« genannt) brutal gegen die Teilnehmer des Marsches vorging. Die anwesenden Fernsehteams sendeten die Bilder der prügelnden Polizisten um die Welt.

Irische Katholiken bildeten in Nordirland die Minderheit. Mit der Teilung des Landes Anfang der 1920er Jahre und der Gründung des »Irish Free State« (siehe jW vom 1.12.2012) hatte London im Norden einen spätkolonialen Zweiklassenstaat gegründet. Einen »Protestant State for Protestant People«. Iren wurden bei der Vergabe von Jobs und der Zuweisung von Sozialwohnungen diskriminiert. Es gab politische Verfolgungen, Schikanen durch die Polizei und ein eingeschränktes Wahlrecht. (mehr…)

In Smaragdgrün zur historischen Visite

No royal visit!

Der Irland-Besuch der britischen Königin ist vor allem für die Protestkultur der Insel ein Ereignis.Florian Osuch Neues Deutschland 18.05.2011
Erstmals seit der Unabhängigkeitserklärung Irlands bereist ein britisches Staatsoberhaupt in dieser Woche den Nachbarstaat. Queen Elizabeth II. traf am Dienstagnachmittag zu einem mehrtägigen Besuch in Dublin ein.
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Neue Ära für Nordirland

Sinn Fein
flickr/infomatique CC BY-SA 2.0

Sinn Féin feiert bei Regionalwahlen erneut Zugewinne, auch bei britischen Arbeitern.
Florian Osuch junge Welt 09.05.2011

In Nordirland hält der Aufwärts­trend von Sinn Féin an. Bei den am vergangenen Freitag abgehaltenen Regionalwahlen erzielte die Linkspartei dort 26,9 Prozent der Stimmen und gewann 29 der insgesamt 108 Sitze in der Northern Ireland Assembly, einen mehr als bisher. Stärkste Kraft wurde die britische Democratic Unionist Party (DUP) mit 30 Prozent der Stimmen und 38 Sitzen, einem Plus von zwei. Die nordirischen Sozialdemokraten verloren zwei und kommen noch auf 14 Mandate, und die über Jahre führende Ulster Unionist Party entsendet künftig mit 16 Parlamentariern ebenfalls zwei weniger als bisher.
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Iren sagen Ja zu »Lissabon«

Mary Lou McDonald
flickr/Sinn Fein, CC BY 2.0

Mehrheit für EU-Vertrag / Höchste Wahlbeteiligung seit 1972.
Florian Osuch Neues Deutschland 5.10.2009

Mit deutlicher Mehrheit hat sich die irische Bevölkerung am Freitag in einer Volksabstimmung für den Vertrag von Lissabon ausgesprochen. 67,1 Prozent stimmten dafür, 32,9 Prozent dagegen. In einer ersten Abstimmung im Juni 2008 hatten noch 53,4 Prozent der Wähler mit Nein votiert [Info].
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Krieg verherrlicht

Tausende protestieren gegen Heimkehrer-Parade für britische Soldaten aus Afghanistan und dem Irak in Belfast
Florian Osuch junge Welt 4.11.2008

Am Sonntag demonstrierten in Belfast mehrere tausend Personen gegen eine Militärparade der britischen Armee. Aufgerufen zu dem Protest hatte die irische Linkspartei Sinn Féin sowie NGOs und Friedensgruppen. Der als »Heimkehrer-Parade« deklarierte Aufzug wurde vom britischen Verteidigungsminister aus London organisiert und war die erste Militärparade in Belfast seit Ende des Zweiten Weltkrieges.
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Nordirland: Gelingt Sinn Féin der Durchbruch?

IrlandFlorian Osuch junge Welt 4./5.10.2008

Heute schweigen die Waffen in Nordirland. Die IRA hat den bewaffneten Kampf für beendet erklärt, die britische Armee hat im Sommer 2007 fast alle Truppen aus Nordirland abgezogen, und die berüchtigte Polizei RUC befindet sich in einem Reformprozeß. Einzig die probritischen Paramilitärs verweigern eine Waffenabgabe. Sie sehen ihre Vormachtsstellung bedroht und beäugen ängstlich, daß ehemalige IRA-Angehörige Ministerämter und Bürgermeisterposten bekleiden. Es gibt einen Friedensprozeß, der maßgeblich von der irisch-republikanischen Bewegung initiiert und vorangetrieben wurde.
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Sinn Féins Bedingungen

KZ Buchenwald
PSNI, flickr/Miss Copenhagen (CC BY-NC-ND 2.0)


Republikaner erkennen die probritischen Polizeikräfte an – und könnten perspektivisch zur stärksten politischen Kraft in Nordirland werden.
Florian Osuch junge Welt 30.01.2007

Die irisch-republikanische Partei Sinn Féin hat am Sonntag abend in einer historischen Abstimmung die nordirische Polizei anerkannt. Auf einem Parteitag in Dub­lin billigten 90 Prozent der 900 Delegierten einen entsprechenden Antrag. Sinn Féin habe »die Möglichkeit geschaffen, die politische Landschaft auf dieser Insel für immer zu verändern«, kommentierte der Parteivorsitzende Gerry Adams das Ergebnis. Im Gegenzug soll sich nun die Democratic Unionist Party (DUP) des rechtsradikalen Pfarrers Ian Paisley zur Zusammenarbeit mit den irischen Republikanern bereit erklären. Das dürfte aber schwerlich gelingen, da der Sinn-Féin-Parteitag an die Anerkennung der Polizei zwei Bedingungen knüpfte. Zum einen müsse zunächst die geplante Allparteienregierung ihre Arbeit aufnehmen und zum anderen die Verantwortlichkeit für das gesamte Polizei- und Justizwesen der zukünftigen nordirischen Regierung übertragen werden.
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Neuer Fahrplan für Nordirland

Gerry Adams Ireland Sinn Fein
flickr/Alatryste (CC BY-NC-SA 2.0)

Zähes Ringen im Friedensprozeß. Weiterhin Streit um britisch dominierte Polizei.
Florian Osuch junge Welt 20.11.2006

In den schleppenden Friedensprozeß in Nordirland kommt offenbar langsam Bewegung. Der britische Premierminister Anthony Blair setzte vergangene Woche in Absprache mit seinem irischen Amtskollegen Patrick Ahern einen Termin für Neuwahlen in Nordirland fest. Am 7. März 2007 können irische sowie britische Bevölkerungsteile erstmals wieder ein eigenständiges Parlament wählen..
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Blockade der Loyalisten

belfast union jack flag
flickr / soilse CC BY-NC-ND 2.0

Protestanten verhindern Regierungsbildung in Nordirland. Neue Kommission berufen.
Florian Osuch junge Welt 27.5.2006

Vor Beginn der alljährlichen Märsche protestantischer Orden wird der Friedensprozeß im Norden Irlands erneut auf eine harte Probe gestellt: Die protestantischen Loyalisten blockieren die Bildung einer neuen Autonomieregierung. Mitte Mai war das seit fast drei Jahren suspendierte Parlament wieder zusammengekommen, um eine Regierung zu wählen. Die stärkste Fraktion sollte dabei den Regierungschef und die größte Fraktion des gegnerischen Lagers dessen Vertreter stellen. Auf dieser Grundlage hatte Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams den Führer der pro-britischen Democratic Unionist Party (DUP) als Regierungschef vorgeschlagen. Für dessen Stellvertreter nominierte Adams seinen Parteikollegen Martin McGuiness.
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Sinn Féin legt zu

Logo Sinn FéinNordirland: Republikaner zweitstärkste Kraft. Radikalisierung im probritischen Lager
Florian Osuch junge Welt 9.5.2005

Mit Verkündung des nordirischen Wahlergebnisses in der Nacht zum vergangenen Samstag stand fest: Der politische Aufstieg von Sinn Féin (SF) hat sich auch bei der Wahl zum britischen Parlament fortgesetzt. Seit Jahren kann die links-nationalistische Partei unter Vorsitz von Gerry Adams bei Wahlen in Irland und Großbritannien ihren Stimmenanteil erhöhen. Nun wird Sinn Féin erstmals fünf Abgeordnete, einen mehr als zuvor, nach London entsenden.
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