Tag-Archiv für 'franco'

Rechte erinnern an Franco-Putsch

In der katalanischen Stadt Girona haben extreme Rechte an den Franco-Putsch in Spanien vor 80 Jahren erinnert. Florian Osuch junge Welt 27.07.2016
Nach Angaben der katalanischen Zeitung Directa hatte die »Acción Juvenil Española« (Jugendaktion Spanien, AJE) zu der Veranstaltung unter dem Titel »Gefallen für Gott und Spanien« eingeladen. Die AJE ist eng verbunden mit dem ultrakonservativen »Movimiento Católico Español« (Spanische katholische Bewegung). Das Treffen habe bereits am 18. Juli stattgefunden. Von Directa veröffentlichte Bilder zeigen führende Rechtsextremisten bei einem Gedenkrundgang auf einem städtischen Friedhof sowie bei einem gemeinsamen Essen in einem mit Bannern der faschistischen Partei »Falange« geschmückten Saal. Teilnehmer war laut Directa auch Javier Barraycoa, Professor der katholischen Privathochschule Universitat Abat Oliba, ein führender Rechtsextremist.

Sieg der »Volksfront«

Frente Popular, Spanien 1936Vor 80 Jahren gewann das Bündnis aus Sozialisten, Kommunisten und liberalen Kräften die spanischen Parlamentswahlen. Florian Osuch, junge Welt, 13.02.2016
Am 16. Februar 1936 gewann in Spanien die »Frente Popular« – ein Bündnis aus Sozialisten, Kommunisten und bürgerlich-liberalen Republikanern – die Parlamentswahlen. Unterstützt wurden sie von Anarchisten und Anhängern der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung. Das Mehrheitswahlrecht in Spanien begünstigte es, dass sich Parteien in Koalitionen zusammenschließen. Mitte der 1930er Jahre sorgte zudem der Aufstieg faschistischer und nationalistischer Bewegungen in Europa dafür, dass sich auch in Spanien die antifaschistischen Kräften verbündeten. Im Nachbarland Portugal hatte 1933 António Salazar den faschistischen »Estado Novo«, den »Neuen Staat«, ausgerufen. Im gleichen Jahr war Hitler in Deutschland die Macht übertragen worden, und in Italien herrschte Mussolini bereits seit 1925. Wie real die faschistische Bedrohung in Spanien war, sollte sich mit dem Putsch unter General Francisco Franco nur ein halbes Jahr nach dem Sieg der Volksfront zeigen. (mehr…)

Als die Volksfront siegte

Frente Popular, Spanien 1936Vor 80 Jahren gründete sich in Spanien die Frente Popular. Die Wahlen im Monat darauf gewann sie. Vorausgegangen waren Streiks und Aufstände. Florian Osuch, junge Welt, 16.01.2016
Am 15. Januar 1936 schlossen sich in Spanien Sozialisten und Kommunisten mit bürgerlichen, republikanischen Parteien, unterstützt von der katalanischen Linken, zusammen. Der Frente Popular, so der spanische Begriff für Volksfront, hatte die Rettung der Zweiten Spanischen Republik gegen die aufstrebenden Faschisten zum Ziel. Und tatsächlich: Bei den Wahlen, die im Februar stattfanden, gewann das Bündnis eine Mehrheit im Parlament. In der Folge entfesselten die Faschisten den Bürgerkrieg – mit dem bekannten Ausgang. Was aber ging der Bildung und dem Aufstieg des Frente Popular voraus? (mehr…)

Francos langer Schatten

Juan Carlos (l.) und Franco (r.)

Vor 40 Jahren starb der spanische Diktator. Florian Osuch, Unsere Zeit Welt, 11.12.2015
Rund um den 20. November 2015 fanden in Spanien wie in den Jahren zuvor Kundgebungen, kirchliche Zeremonien und andere Ehrungen anlässlich des Todestages des Diktators Francisco Franco statt. In der „jungen Welt“ war von landesweit 40 katholischen Messen zu lesen. In Madrid nahmen an einem Marsch „für die Einigkeit Spaniens“ neben Vertretern rechtsextremer Splitterparteien aus Spanien auch Delegationen aus Frankreich und Italien teil. Im „Valle de los daídos“, einem Wallfahrtsort spanischer Alt- und Neofaschisten, gab es eine katholische Messe. Im „Tal der Gefallenen“ liegt Francisco Franco (1882–1975) begraben, neben José Antonio Primo de Rivera (1903–1936), dem Gründer der faschistischen Bewegung „Falange Española“. Das Monumentalbauwerk liegt etwa 60 Kilometer nordwestlich von Madrid und war zwischen 1940 und 1959 von mehreren tausend Zwangsarbeitern errichtet worden. (mehr…)

Francos langer Schatten

Madrid, Spain, homenaje fascista, Franco, Division Azul, Falange
Faschisten in Spanien gedenken »Division Azul«; flickr/theyedroppers world (CC BY-NC-SA 2.0)

Der spanische Diktator starb vor 40 Jahren. Ein wirklicher Bruch wurde nach seinem Tod nicht vollzogen. Das wirkt bis heute nach. Florian Osuch, junge Welt, 11.11.2015
Spanien tut sich schwer mit dem Erbe des Franquismus. Einen Bruch mit dem Faschismus gab es nicht, und eine Aufarbeitung steht bis heute aus. General Francisco Franco hatte in Spanien 1936 gegen eine Linksregierung geputscht. Deutschland und Italien leisteten ihrem Partner Schützenhilfe, während Tausende Antifaschisten aus aller Welt der Republik zu Hilfe eilten. Deutsche Flugzeuge zerstörten das baskische Gernika und bombardierten Madrid und Barcelona. 1939 übernahmen die Putschisten nahezu kampflos die Hauptstadt, Franco begann sogleich ein faschistisches Regime zu errichten. (mehr…)

Franco-Opfer exhumiert

Franco-Opfer exhumiert
Aufnahme einer Exhuminierung
in El Bierzo (León), Foto: ARMH

Auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca sind erstmals Überreste von drei Opfern des faschistischen Franco-Regimes exhumiert worden. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
Nach Angaben der Zeitung El Periódico wurden die Gebeine von drei Landwirten aus einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof von Sant Joan etwa 40 Kilometer östlich von Palma geborgen. Ein Expertenteam, dem auch Archäologen und Anthropologen angehören, hatte mehrere Tage nach den sterblichen Überresten gesucht. Es gebe keine Zweifel daran, daß es sich bei den Funden um die Knochen von drei Gewerkschaftern handele. Ein DNA-Abgleich soll die Skelette individuell zuordnen, um Angehörigen eine würdige Bestattung zu ermöglichen. (mehr…)

Antifa in Spanien

KZ Sachsenhausen
Faschisten am 12.10.2013 in Barcelona
Foto: flickr/Victor Serri (CC BY-NC-ND 2.0)

Zwischen Aufarbeitung des Franco-Faschismus und Neonazigewalt, Florian Osuch in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 101: Winter 2013/14
Jeden Herbst mobilisieren die antifaschistischen Bewegungen in Spanien gegen Versammlungen von Neonazis und Altfaschisten. Sowohl zum 12. Oktober, in Erinnerung an die Landung von Christoph Columbus in Lateinamerika, als auch am 20. November, dem Todestag Francisco Francos und Primo de Riveras, sammeln sich Rechte verschiedenster Couleur.

In Barcelona veranstaltete in diesem Jahr das Bündnis Plataforma Antifeixista zusammen mit Migran­t_innenverbänden eine Kundgebung. Schwerpunkt war allerdings ein internationaler Antifa-Kongress am Vorabend des 12. Oktober 2013. Neben Vertreter_innen antifaschistischer Gruppen aus Spanien waren Gäste aus Italien und Russland sowie Aktive aus Deutschland von der Antifaschistischen Linken Berlin und dem Antifaschistischen Infoblatt anwesend. Die Teilnehmenden debattierten über antifaschistische Strategien, Erinnerungspolitik, Bündnisarbeit und antifaschistische Selbsthilfe. (mehr…)

NOT Welcome Juan Carlos

Juan Carlos I.
Wikipedia/CC BY 2.0

Ende April wird der spanische König Juan Carlos I. gemeinsam mit Neu-Bundespräsident Joachim Gauck in Düsseldorf erwartet. Gemeinsam wollen sie die Ausstellung „El Greco und die Moderne“ im Kunstpalast eröffnen. Florian Osuch terz – StattZeitung für Politik und Kultur in Düsseldorf und Umgebung 04/2012
Juan Carlos gilt als Ziehsohn des faschistischen Diktators Franco. Als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Streitkräfte sei er auch für Folter der berüchtigten Guardia Civil verantwortlich, meinen Kritiker_innen.

Vom 28. April bis zum 12. August 2012 sind im Kunstpalast in Düsseldorf Werke des griechisch-spanischen Malers El Greco (1541-1614) zu sehen. Zur Ausstellungseröffnung am letzten April-Wochenende werden der spanische König Juan Carlos und der erst kürzlich gewählte Bundespräsident Joachim Gauck erwartet. Beide sind Schirmherren der Ausstellung, die über hundert Greco-Bilder sowie Werke von Franz Marc, Picasso und Max Beckmann zeigt. Nach 1986 wäre dies der zweite Besuch Juan Carlos in Düsseldorf. (mehr…)

Spanien: Braunes Konglomerat

Die extrem rechte Szene in Spanien ist stark zersplittert. Etwa ein Dutzend Parteien wirbt um Wählerstimmen. Ein Konfliktpunkt ist das Verhältnis zu Israel. Florian Osuch junge Welt 3.11.2010

Rechte und neonazistische Bewegungen befinden sich in Europa im Aufwind. Das zeigen Umfragen und Wahlergebnisse ebenso wie eine verstärkte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Die vor genau einem Jahr gegründete »Allianz der europäischen nationalen Bewegungen« verbindet fast ein ganzes Dutzend diverser Rechtsparteien, darunter die British Nationalparty, die ungarische Jobbik-Partei oder Front National aus Frankreich. Eine deutsche Partei ist bislang nicht Mitglied in dem Bündnis. Aus Spanien hat sich aber die Sozialrepublikanische Bewegung (Movimiento Social Republicano) der Allianz angeschlossen hat.
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Paradies für Kriegsverbrecher

Buch von Joan CantareroUnzählige Nazis flohen nach dem Faschismus nach Spanien. Der Autor Joan Cantarero beleuchtet einige von ihnen.
Florian Osuch junge Welt 17.3.2010

Nach dem Sieg über den Faschismus flüchteten deutsche Nazis, Kriegsverbrecher und Angehörige der SS und Wehrmacht tausendfach nach Lateinamerika. Unterstützung erhielten sie dabei insbesondere durch die katholische Kirche sowie das Internationale Rote Kreuz. Netzwerke wie »Die Spinne« oder ODESSA – die Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen – schleusten die Nazis vor allem über Italien oder Spanien ins Ausland. Weitgehend unbehelligt ließen sie sich in Chile oder Argentinien nieder, waren meist als Kaufleute tätig und genossen teilweise hohes Ansehen.
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Gedenkplatte für Faschisten entfernt

AntifaIn den Abendstunden des 9. November 2009 entfernten Aktivisten der Antifakoordination Madrid eine Gedenkplatte für den spanischen General Agustín Muñoz Grandes.
Florian Osuch junge Welt 11.11.2009

Die Antifaschisten wollten damit der Opfer der Reichspogromnacht von 1938 gedenken und ein Zeichen gegen die fehlende Auseinandersetzung mit der faschistischen Vergangenheit Spaniens setzen. Muñoz steht persönliche für die Kontinuität des Faschismus in Spanien. Während des Spanischen Bürgerkriegs befehligte er Franco-Truppen gegen die Republik. Im Zweiten Weltkrieg –Franco hatte inzwischen die Volksfrontregierung geschlagen – führte er den spanischen Freiwilligenverband »División Azul« an. Er kehrte nach Spa­nien zurück und machte Karriere als Militär und Politiker. Von 1951 bis 1957 war er Verteidigungsminister und von 1962 bis 1967 stellvertretender Ministerpräsident im faschistischen Kabinett unter General Franco.

Info: Antifa Madrid

Demonstrationsverbot in Madrid

Carlos Madrid
foto: kaos en la red

Spanien: Gedenken an ermordeten Antifaschisten untersagt. Faschisten ehrten Franco. Florian Osuch junge Welt 21.11.2007

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco hängt dessen langer Schatten noch immer über Madrid. An seinem 32. Todestag marschierten am Dienstag erneut mehrere tausend Anhänger Francos durch die spanische Hauptstadt. Darunter alte Faschisten, die 1936 am Putsch gegen die Volksfrontregierung teilgenommen hatten, ebenso wie ehemalige Staatsfunktionäre der 40jährigen Diktatur sowie junge Neonazis. Neben Madrid war das etwa 50 Kilometer entfernte Valle de los caídos, das »Tal der Gefallenen«, Hauptanlaufpunkt für die Franco-Verehrer. Dort ist der Faschist in einer monumentalen Anlage neben rund 40000 Soldaten begraben. 20.000 Zwangsarbeiter mußten die »Heldengedenkstätte« in 19jähriger Bauzeit errichten. Hauptbestandteil ist eine in den Berg geschlagene Kirche. Über allem ragt ein 150 Meter hohes Kreuz, das bereits aus großer Entfernung zu sehen ist. Ins Valle de los caídos zog es bereits am Sonntag und Montag Hunderte Aktivisten der Falange. Sie war Staatspartei unter der Franco-Diktatur und ist in Spanien noch heute legal.
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