Tag-Archiv für 'ddr'

Geschichte einer linksradiakalen Bewegung

Buch zur Antifa von Bernd LangerBernd Langer: Antifaschistische Aktion. Florian Osuch, SoZ – Sozialistische Zeitung, Nr. 1/2015
Bernd Langer, langjähriger Antifa-Aktivist, hat ein Buch zur Geschichte der Antifaschistischen Aktion vorgelegt. Auf 266 Seiten, vielfach ergänzt durch Fotos und zeitgenössische Plakate, erzählt er die «Geschichte einer linksradikalen Bewegung». Langer war selbst Mitglied der Göttinger Gruppe Autonomen Antifa M, die von der Polizei in den 90er Jahren zerschlagen werden sollte. Er war einer von 17 Beschuldigten, gegen die wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wurde; das Verfahren wurde später eingestellt. Die Antifa M praktizierte eine für Autonome untypische Bündnispolitik und arbeitete auch mit bürgerlichen Kräften zusammen. Aus den eigenen Reihen wurde sie dafür zum Teil massiv angefeindet. Gleichzeitig waren ihre Demonstrationen, an deren Spitze nicht selten ein sogenannter schwarzer Block lief, weit über die Stadtgrenzen bekannt. (mehr…)

Inspirierende Kraft

Buch zur Antifa von Bernd LangerVon Thälmann bis zu „Dresden nazifrei“: Bernd Langer skizziert die Geschichte der Antifaschistischen Aktion. Florian Osuch, Antifaschistische Nachrichten, Nr. 24/2014
Bernd Langer, langjähriger Antifaktivist, hat jetzt ein Buch zur Geschichte der Antifaschistischen Aktion vorgelegt. Auf 266 Seiten, vielfach ergänzt durch Fotos und zeitgenössische Plakate, erzählt er die „Geschichte einer linksradikalen Bewegung“.
Langer selbst war Mitglied der Göttinger Gruppe Autonomen Antifa M, die von der Polizei in den 1990er Jahren zerschlagen werden sollte. Er war einer von 17 Beschuldigten, gegen die wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung ermittelt wurde; das Verfahren wurde später eingestellt. Die Antifa M praktizierte eine für Autonome untypische Bündnispolitik und arbeitete auch mit bürgerlichen Kräften zusammen. (mehr…)

Antifa auf den Spuren der DDR-Geschichte

Veranstaltung mit Zeitzeugen in Fürth. Florian Osuch, junge Welt, 18.6.2014
Weit mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR beginnen sich langsam Antifa­gruppen für das sozialistische Experiment zu interessieren. In Berlin lautete der Titel einer Veranstaltung »Die radikale Linke und der Realsozialismus« – junge Aktivisten debattierten mit einem ehemaligen Oberst der NVA, der westdeutschen Militanten Inge Viett von der »Bewegung 2. Juni« (sie war vor Verfolgung in der BRD ins sozialistische Exil gegangen) und einem ehemaligen linken DDR-Oppositionellen. (mehr…)

Im Westen nichts Neues

Im Westen nichts Neues, Broschüre Staatsversagen der Amadeu-Antonio-Stiftung
Titel der Broschüre „Staatsversagen“

Amadeu-Antonio-Stiftung kritisiert die mangelnde Hilfe für Initiativen gegen rechts in den alten Bundesländern. Florian Osuch, junge Welt, 26.2.2014
Rechtsextremismus und Neonazismus werden in der Bundesrepublik zumeist mit den ostdeutschen Bundesländern in Verbindung gebracht. Die NPD ist dort in zwei Landtagen und vielen Kommunalparlamenten vertreten. Auch die sogenannten Kameradschaften sind zwischen Ostsee und Erzgebirge besonders stark. (mehr…)

Schwerpunkt: Vertragsarbeit in der DDR

Das Heft der Bundesarbeitsgemeinschaft Antifaschismus der Linkspartei (BAG Antifa) beschäftigt sich ausführlich mit der Thematik der Vertragsarbeit in der DDR. Florian Osuch, junge Welt, 5.8.2013

Jörg Roesler zeichnet ein realistisches Bild zur Situation der Menschen, die in den 1970er und 1980er Jahren insbesondere aus Staaten des RGW sowie aus sozialistischen Ländern (Vietnam, Kuba) und »befreundeten jungen Nationalstaaten« (Algerien, Angola, Moçambique) in der DDR lebten und arbeiteten. Roesler bleibt erfreulich sachlich und beschreibt zwischenstaatliche Verträge, Probleme im Alltagsleben der zumeist jungen Arbeiter und die Situation in den Betrieben. (mehr…)

Nicht vergessen

Gedenkstein für Helmut Just, Zentralfriedhof Friedrichsfelde
Gedenkstein für Helmut Just

Gedenkfeier für Helmut Just. Florian Osuch, junge Welt, 4.7.2013

Am Dienstag abend versammelten sich knapp einhundert Menschen in Berlin zu einer Gedenkkundgebung für Helmut Just. Er war Angehöriger der kasernierten Volkspolizei der DDR und wurde am 30. Dezember 1952 während seiner Tätigkeit an der Berliner Sektorengrenze erschossen. Der damals 19jährige Just war gelernte Maler und begeisterter Boxer. Er wurde während der Ausübung seines Dienstes an der Behmbrücke im Ortsteil Prenzlauer Berg durch Schüsse getötet. Seine Mörder wurden nie gefaßt. (mehr…)

Neuerscheinung: Dissidenz in der DDR

Neuerscheinung: Dissidenz in der DDRDer Sammelband »Das Begehren anders zu sein« beschäftigt sich mit politischer und kultureller Dissidenz in der DDR. Florian Osuch, analyse & kritik, 18.1.2013
Die Herausgeberin Anne Seeck verspricht, »linke Analysen den Mainstream-Darstellungen entgegenzustellen«, grenzt sich zugleich gegen eine »Re-Idealisierung der DDR« ab. Hochinteressant, so scheint es, doch das Buch enthält grobe Mängel. Das selbstgesteckte Ziel wird weit verfehlt. Einige Beispiele: (mehr…)

Neuerscheinung: Der Markt wird’s richten

Ein Sammelband zu DDR-OppositionEin Sammelband zu DDR-Opposition, Florian Osuch, junge Welt, 26.11.2012
Der von Anne Seeck herausgegebene Band »Das Begehren, anders zu sein« betrachtet laut Untertitel die »politische und kulturelle Dissidenz« in der DDR. Versprochen wird ein »Spannungsbogen der DDR-Realität, der der heutigen Linken weitgehend unbekannt« sei, vom »DDR-Punk« bis zu »Zersetzungsmethoden der Stasi«. Das »unbekannt« trifft nicht zu, erste Bücher zu Punk in der DDR erschienen bereits 1990, das jüngste in diesem Jahr.

Die Herausgeberin will »linke Gesichtspunkte und Analysen den Mainstream-Darstellungen entgegenstellen« und grenzt sich zugleich gegen eine »Reidealisierung und neue Verklärung der DDR« ab. Auf Ursprünge der DDR geht sie nicht ein, sondern läßt 23 Jahre nach der Grenzöffnung das Buch im Jahr 23 nach 1945, 1968, beginnen. Die Niederlage des deutschen Faschismus, Weltkrieg, Vernichtungskrieg im Osten und Schoah spielen keine Rolle. Dafür fehlen nicht die Mainstreamparole vom »antifaschistisch inszenierten Gründungsmythos« und der Hinweis auf »Millionenopfer des GULAG in der Sowjetunion«. (mehr…)