Tag-Archiv für 'antifa'

Katalonien: Zeitung enttarnt Neonazis

Ultimo Bastion, Neonazis aus Sabadell, Katalonien, PPCC, Antifa
Neonazis vor einem Gericht in Barcelona
Foto: directa.cat

Journalisten der linken katalanischen Wochenzeitschrift Directa haben eine Gruppe Neonazis enttarnt, die seit mehreren Jahren unter dem Namen »Último Bastión« firmiert. Florian Osuch junge Welt 12.10.2016
Etwa 20 feste Mitglieder soll sie umfassen, die mutmaßlich führenden Köpfe werden auch namentlich genannt. Basis dieser »Letzten Bastion« ist laut Directa die Stadt Sabadell etwa 30 Kilometer nördlich von Barcelona. In der gesamten Region soll die Neonazitruppe über Jahre Gewaltakte verübt sowie Aufmärsche und Veranstaltungen organisiert haben. Rund 100 Strafverfahren hätten sich insgesamt gegen die einzelnen Neonazis angesammelt – die Haftstrafen summierten sich inzwischen auf Dutzende Jahre. (mehr…)

»Blood and Honour«: Festival in England

Ultimo Bastion, Neonazis aus Sabadell, Katalonien, PPCC, Antifa
Nazis von „Blood & Honor“ (Symbolbild)
Foto: StevenSarginson (CC BY-NC 2.0)

Anhänger und Unterstützer des Neonazinetzwerks »Blood and Honour« (Blut und Ehre) sind in England zu einem dreitägigen Festival zusammengekommen. Florian Osuch junge Welt 12.10.2016
Das meldete die Zeitung Belfast Telegraph am Wochenende und veröffentlichte ein Foto, das Teilnehmer zeigen soll. Darauf posieren drei Männer mit einem britischen Union Jack samt großem Hakenkreuz in der Mitte. Das Festival fand bereits Ende September auf einer Wiese in der Gemeinde Haddenham in der Nähe von Ely in Ostengland statt. Es verlief nach den Worten eines Polizeisprechers ohne Zwischenfälle. (mehr…)

»Freundeskreis Thüringen« im Blick

Antifa LogoEine neue Broschüre informiert kritisch über den 2015 gegründeten rechten »Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen«. Florian Osuch, junge Welt, 31.08.2016
Neben einem detaillierten Überblick über die bisherigen Aktivitäten werden auch Strippenzieher und Hintermänner der rechten Truppe enttarnt. Der Zusammenschluss ist eine Plattform zur Vernetzung rechter und neonazistischer Gruppierungen in Südniedersachsen und Thüringen. Bekannte Neonazis wie der Multiaktivist Thorsten Heise mischen dort mit. (mehr…)

Thor Steinar mit Millionenumsatz

Thor Steinar, Antifa
Laden von Thor Steinar nach einer Farbattacke. Foto: flickr/David Trattnig (CC BY-NC-SA 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz, Florian Osuch und Moritz Eleuk in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 109: Winter 2015/16
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis weiterhin beliebte Modemarke Thor Steinar und erwirtschaftet sechsstellige Gewinne. In Deutschland gibt es in ein Dutzend Städten eigene Geschäfte, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen musste. Der in Rostock ansässige Laden „Haugesund“ muss ebenfalls bis Ende des Jahres ausziehen. 

Der Trend geht jedoch nach Osteuropa. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Läden und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Moskau, Prag, Rom, Sankt Petersburg und Split. (mehr…)

»Germanenabend« mit Pirinçci

Akif Pirinçci
Akif Pirinçci, Wikipedia (CC-BY-SA-2.0)

Rechter Krawallautor soll bei Burschenschaft in Hamburg über »Verschwulung« referieren. Florian Osuch junge Welt 25.11.2015
Die rechte »Hamburger Burschenschaft Germania« organisiert für den 5. Dezember eine Lesung mit dem Autor Akif Pirinçci. In einer über »soziale Netzwerke« verbreiteten Ankündigung heißt es, man sei gespannt auf »seine knackigen Worte und ›blumigen‹ und treffsicheren Beschreibungen dieser verkorksten Republik«. Auf der als »Germanenabend« betitelten Veranstaltung werde Pirinçci aus seinem Buch »Die große Verschwulung« vorlesen. Darin kämpfe der Autor »gegen die Verweichlichung der Männer, das Elend der Gleichmacherei und die Ideologen der grausamen Gender-Propaganda«, so jedenfalls steht’s in einem PR-Text des Verlags. (mehr…)

Rezension: Wutbürger im Blick

Antifa Infoblatt, Herbst 2015Neue Ausgabe des Antifa Infoblatts analysiert rassistische Stimmungsmache und autonome Fehler. Florian Osuch, junge Welt, 28.10.2015
Die Herbstausgabe der Quartalszeitschrift Antifa Infoblatt hat zwei Schwerpunkte. Zunächst werden aktuelle rassistische Mobilisierungen von Pegida, Alternative für Deutschland (AfD) und anderen Gruppen analysiert. Die mehrtägigen Ausschreitungen von Neonazis in Heidenau (Sachsen) und die bundesweite Serie von Brandanschlägen auf zumeist bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte erinnern viele Antifaschisten an die Pogrome in Hoyerswerda (1991), Mannheim-Schönau (1992) oder vor dem »Sonnenblumenhaus« in Rostock-Lichtenhagen (1992). (mehr…)

Rezension: Antifa hieß Angriff

Buch Unrast Verlag Antifa heißt AngriffSie fackelten Autos ab und überfielen Neonazis: Ehemals militante Antifaschisten aus der BRD der 1980er Jahre berichten. Florian Osuch, junge Welt, 12.8.2015
Seit etwa zwei Jahren befindet sich die antifaschistische Bewegung in Deutschland in einer Krise. Bedeutsame Gruppierungen haben sich aufgelöst, bundesweite Großmobilisierungen liegen bereits länger zurück. Gleichzeitig wird über die Zukunft antifaschistischer Politik und über Strategien gegen Pegida, AfD oder NPD debattiert. Es erscheinen Bücher über die Bewegung oder die Geschichte der Antifaschistischen Aktion. Der Unrast-Verlag hat jetzt ein Buch herausgebracht, das sich mit dem militanten Antifaschismus der 1980er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt. (mehr…)

»Die Rechte«: Neues aus der Hochburg

Dortmund stellt sich quer
Foto: Dortmund stellt sich quer

Hetze gegen Flüchtlinge, während Dortmund der Opfer eines neofaschistischen Polizistenmörders gedenkt. Florian Osuch, junge Welt, 17.6.2015
Die rechte Szene in Dortmund kann nach einem Verbot bedeutsamer Kameradschaften heute als weitgehend wiederhergestellt bezeichnet werden. Am 23. August 2012 war der »Nationale Widerstand« sowie Neonazigruppen in Hamm und Aachen vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) verboten worden. Die Stadt gilt nach wie vor als rechte Hochburg in Westdeutschland. Hier gründeten Neonazis inzwischen die Partei »Die Rechte«, die nun in Bezirksvertretungen und im Stadtparlament vertreten ist. (mehr…)

»Thor Steinar« in Fernost

Thor Steinar: Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz
Ehemaliger Thor-Steinar-Laden in Berlin
Foto: flickr/La Laetti (CC BY-NC 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz: Bei Neonazis beliebte Modemarke expandiert fleißig. Florian Osuch, junge Welt, 10.6.2015
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis beliebte Modemarke »Thor Steinar«. Erwirtschaftet werden sechsstellige Erträge. In einem Dutzend deutscher Städte gibt es eigene Läden, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen muss. Der Trend geht allerdings nach Osteuropa und Russland. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Geschäfte. Und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Prag, Rom und Sankt Petersburg – insgesamt 35. Geschäfte in Österreich, Polen und Spanien wurden inzwischen aufgegeben. (mehr…)

»Aktive Stimmenthaltung«

AntifaTrotz steigender Chancen für Linke ruft die Antifakoordination Madrid zum Wahlboykott auf. Florian Osuch junge Welt 20.05.2015
Wenige Tage vor den Kommunal- und Regionalwahlen in Spanien hat die »Coordinadora Antifascista de Madrid« einen Aufruf zur aktiven Stimmenthaltung verbreitet. In einem Kommuniqué heißt es, soziale Kämpfe fänden »auf der Straße statt, nicht in den Parlamenten«. (mehr…)

Rechtspopulismus

Broschüre zur Alternative für Deutschland, Bürgerschaftswahl Hamburg 2015Kurz vor der Hamburger Bürgerschaftswahl sagten Umfragen einen weiteren Erfolg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) voraus. Florian Osuch, analyse & kritik, 15.1.2015
Im vorigen Jahr konnte die Truppe um den Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke in die Landtage von Thüringen (10,6 Prozent der Stimmen), Sachsen (9,7 Prozent) und Brandenburg (12,2 Prozent) sowie ins Europäische Parlament (7,1 Prozent) einziehen. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat in einer Broschüre zur AfD 15 Artikel zusammengetragen. (mehr…)

Streit um Trennschärfe

Angehörige und Freunde von sieben ETA-Mitglieder vor dem Kriminalgericht in Paris
Anti-IS-Demo Berlin 07.10.14, Foto: flickr/greenythekid (CC BY-NC-SA 2.0)

Zwischen Dimitroff und moralischem Werturteil: Linke debattieren, ob der Islamismus als faschistisch bezeichnet werden kann. Florian Osuch, junge Welt, 18.2.2015
Ein Debattenbeitrag in der aktuellen Winterausgabe des Antifa Infoblatts befasst sich mit der Frage, ob Islamismus oder die Miliz »Islamischer Staat« (IS) als faschistisch bezeichnet werden können. Nach Auffassung des Autors Volker Weiß weisen Islamismus und Faschismus »historisch, ideologisch und strukturell deutliche Parallelen auf«. Beide Bewegungen seien zeitlich nah beieinanderliegend entstanden, zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sowohl Faschismus als auch Islamismus stellen demnach einen krisenhaft gewordenen Radikalkonservatismus dar, der sich mit den Mitteln der Moderne gegen die Moderne stellt. Beide ähnelten sich in Politikstil, Massenagitation, Führerkult und Gewaltfetisch. Dem Islamismus sei der Dschihad, was dem Faschismus der permanente Ausnahmezustand sei. Auf den IS lasse sich »der Begriff Faschismus durchaus anwenden«. (mehr…)

„,Antifa heißt Luftangriff!‘ Regression einer revolutionären Bewegung“

Streitschrift zur Antifa, Antifa heißt Luftangriff! - Regression einer revolutionären BewegungEine Streitschrift zur Antifa. Florian Osuch, Antifaschistische Nachrichten, Nr. 5/2015
Im Buch „,Antifa heißt Luftangriff!‘ Regression einer revolutionären Bewegung“ gehen Autoren hart ins Gericht mit der antifaschistischen Bewegung. Eine „radikal linke Bewegung [tendiert] zum Rückzug in die machtgestützte Innerlichkeit des Bürgertums“, so Herausgeberin Susann Witt-Stahl. Wie es dazu kommen konnte und wie es dem Neoliberalismus gelungen sei „den revolutionären Antifaschismus zu neutralisieren“ soll in acht Beiträgen geklärt werden. Der Band ist eine Streitschrift, „mit denen die Autoren politisch Standpunkte beziehen“. Anliegen der Herausgeber Susann Witt-Stahl und Michael Sommer ist eine „grundlegende Kritik an der hegemonialen Theorie und Praxis des Antifaschismus in Deutschland zu formulieren und eine überfällige Debatte anzustoßen“. (mehr…)

Rezension: AfD-Milieukunde

Broschüre zur Alternative für Deutschland, Bürgerschaftswahl Hamburg 2015Hamburger Bündnis warnt vor Einzug der Rechtspartei in die Bürgerschaft. Florian Osuch, junge Welt, 4.2.2015
In Hamburg wird am 15. Februar eine neue Bürgerschaft gewählt. Umfragen sagen zur Zeit den Einzug der rechtspopulistischen »Alternative für Deutschland« (AfD) in das Landesparlament voraus. Im vorigen Jahr konnte die Truppe um den Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke in drei Landtage einziehen, nämlich in Thüringen (10,6 Prozent der Stimmen), Sachsen (9,7 Prozent) und Brandenburg (12,2 Prozent). Bei den Europawahlen gewann die Partei im Mai letzten Jahres 7,1 Prozent der Stimmen und entsendet sieben Abgeordnete nach Brüssel. (mehr…)

Interview »Die linksradikale Bewegung ist momentan im Umbruch«

Interview mit einem Mitglied der radikalen linken berlinDer Verfassungsschutz schlägt Alarm: In Berlin gibt es eine linke Gruppe, die besonders militant sein soll. Gespräch mit Kamila Bach, Mitglied der »radikalen linken berlin«. Florian Osuch, junge Welt, 10.1.2015

Antifa in der Krise«, konstatierte im vergangenen Jahr ein Kongress in Berlin. Nachdem sich landauf, landab etliche Gruppen aufgelöst haben, gibt es jetzt aber eine Neugründung: die »radikale linke berlin«. Warum?
Die linksradikale Bewegung ist momentan im Umbruch. Alte Zusammenhänge haben sich aufgelöst, neue sind entstanden. Uns geht es darum, linken Widerstand zu organisieren. Die Gründung der »radikalen linken berlin« ist der Versuch, aus den Erfahrungen zu lernen, um gemeinsam in die Gesellschaft hinein wirken zu können. Wir wollen uns nicht von den Menschen abwenden und in einer »Szene« einrichten. Wo das Leben ist, muss auch die radikale Linke sein. (mehr…)