Tag-Archiv für 'aib'

Thor Steinar mit Millionenumsatz

Thor Steinar, Antifa
Laden von Thor Steinar nach einer Farbattacke. Foto: flickr/David Trattnig (CC BY-NC-SA 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz, Florian Osuch und Moritz Eleuk in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 109: Winter 2015/16
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis weiterhin beliebte Modemarke Thor Steinar und erwirtschaftet sechsstellige Gewinne. In Deutschland gibt es in ein Dutzend Städten eigene Geschäfte, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen musste. Der in Rostock ansässige Laden „Haugesund“ muss ebenfalls bis Ende des Jahres ausziehen. 

Der Trend geht jedoch nach Osteuropa. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Läden und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Moskau, Prag, Rom, Sankt Petersburg und Split. (mehr…)

Rezension: Wutbürger im Blick

Antifa Infoblatt, Herbst 2015Neue Ausgabe des Antifa Infoblatts analysiert rassistische Stimmungsmache und autonome Fehler. Florian Osuch, junge Welt, 28.10.2015
Die Herbstausgabe der Quartalszeitschrift Antifa Infoblatt hat zwei Schwerpunkte. Zunächst werden aktuelle rassistische Mobilisierungen von Pegida, Alternative für Deutschland (AfD) und anderen Gruppen analysiert. Die mehrtägigen Ausschreitungen von Neonazis in Heidenau (Sachsen) und die bundesweite Serie von Brandanschlägen auf zumeist bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte erinnern viele Antifaschisten an die Pogrome in Hoyerswerda (1991), Mannheim-Schönau (1992) oder vor dem »Sonnenblumenhaus« in Rostock-Lichtenhagen (1992). (mehr…)

Posten, Bomben, Esoterik

Antifa Infoblatt Rezension Ausgabe 107Antifa Infoblatt über AfD-Parteiarbeit, »politische Soldaten« und »Germanische Neue Medizin«. Florian Osuch, junge Welt, 8.7.2015
Die Sommerausgabe des Antifa Infoblatts befasst sich schwerpunktmässig mit der »Alternative für Deutschland«, die nach der Entmachtung ihres bisherigen Chefs Bernd Lucke ins rechtsextreme Lager abzudriften droht. Der Versuch, sie als gemäßigte Rechtspartei zu etablieren, scheint vorerst gescheitert. Obwohl das Heft schon vor der Entscheidung für Frauke Petry als neue Parteichefin gedruckt war, sind die Hintergrundartikel zur Arbeit der Partei in Landtagen und kommunalen Gremien oder zum Antifeminismus der AfD nach wie vor aktuell. (mehr…)

»Blüten« aus dem KZ

KZ Sachsenhausen
wikipedia/PPCC Antifa, CC BY-NC-SA 2.0

Häftlinge des KZ Sachsenhausen mussten in einem Sonderkommando Geld für die Nazis fälschen

Florian Osuch in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 86: Frühjahr 2010.

Zwischen 1942 und 1945 installierte die SS-Führung im damaligen KZ Sachsenhausen bei Berlin eine konspirative Druckerei. Insgesamt 142 Häftlinge mussten Geld, Propagandamarken, Ausweise und sonstige sensible Dokumente wie Sabotageanleitungen für die SS drucken. Das Sonderkommando trug den Namen »Operation Bernhard«, benannt nach dem verantwortlichen SS-Sturmbannführer Bernhard Krüger.

Die Häftlinge waren mehrheitlich Drucker, Graveure, Schriftsetzer, Zeichner, Papieringenieure und sonstige Spezialisten. Sie wurden aus verschiedenen Konzentrations- und Vernichtungslagern nach Sachsenhausen verbracht. Die Vernichtung der ausschließlich jüdischen Männer war innerhalb des KZ-Systems vorgesehen, obendrein waren sie Geheimnisträger und gingen davon aus, dass sie umgehend getötet werden, falls ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt wurde. (mehr…)