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Häftling 64401

Adolf Burger, Falschgeldwerkstatt im KZ Sachsenhausen, Operation BernhardMit Adolf Burger starb der vermutlich letzte Teilnehmer der Falschgeldaktion »Operation Bernhard« aus dem KZ Sachsenhausen. Florian Osuch junge Welt 28.12.2016
Anfang Dezember ist der Holocaustüberlebende Adolf Burger gestorben. Der Slowake hatte die Leiden von sieben Konzentrationslagern überstanden und war am Falschgeldkommando im KZ Sachsenhausen beteiligt gewesen. Bis ins hohe Alter berichtete er als Zeitzeuge vor Schulklassen, auch in Deutschland. Sein autobiographisches Buch »Des Teufels Werkstatt« diente als Vorlage für den Film »Die Fälscher«, der im Jahr 2008 einen Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. (mehr…)

»Wer zu den Neonazis geht, endet als Mörder«

Adolf BurgerGespräch mit Adolf Burger. Er ist einer der letzten Überlebenden der Falschgeldwerkstatt im KZ Sachsenhausen. Auf Befehl der SS mußten dort 144 Juden Dokumente, Pässe sowie Banknoten im Wert von mehreren Milliarden Pfund drucken. Heute lebt Burger in Prag und hält regelmäßig Vorträge vor Schülern.
Florian Osuch junge Welt 27.12.2007

Sie halten als Zeitzeuge und Überlebender des Faschismus viele Vorträge vor Schulklassen. Zuletzt vergangene Woche in Berlin. Dabei waren erneut auch Schüler, die mit der rechten Szene sympathisieren. Wie verhalten Sie sich?

Meistens merke ich schnell, wenn unter den Zuhörern Schüler mit einer rechten Gesinnung sitzen. Das stört mich wenig, weil sie meistens schnell ruhig sind und bleich im Gesicht werden. Für diese Jugendlichen – wie für die meisten anderen übrigens auch – ist es oft das erste Mal, daß sie einen Überlebenden von Auschwitz, Birkenau und Sachsenhausen vor sich haben. Ich bringe ja auch Bilder und Dokumente mit und zeige ihnen meine tätowierte Häftlingsnummer, so daß niemand sagen kann, die KZ habe es nicht gegeben.
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