Tag-Archiv für '2008'

Polohemd mit Runen

Der juristische und politische Streit um die rechte Modemarke »Thor Steinar«.
Florian Osuch junge Welt 3.12.2008

Seit Gründung der »Mediatex GmbH« im Frühjahr 2003 regt sich Protest gegen ihre, vor allem bei Neonazis beliebte, Modemarke »Thor Steinar«. Die Firma mit Sitz im brandenburgischen Königs Wusterhausen hat nach Angaben der antifaschistischen Zeitschrift monitor inzwischen über 70 Marken beim Deutschen Patentamt in München eintragen lassen.
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Krieg verherrlicht

Tausende protestieren gegen Heimkehrer-Parade für britische Soldaten aus Afghanistan und dem Irak in Belfast
Florian Osuch junge Welt 4.11.2008

Am Sonntag demonstrierten in Belfast mehrere tausend Personen gegen eine Militärparade der britischen Armee. Aufgerufen zu dem Protest hatte die irische Linkspartei Sinn Féin sowie NGOs und Friedensgruppen. Der als »Heimkehrer-Parade« deklarierte Aufzug wurde vom britischen Verteidigungsminister aus London organisiert und war die erste Militärparade in Belfast seit Ende des Zweiten Weltkrieges.
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Franco-Banner über dem Montjuïc

Neonaziaufmärsche zum Nationalfeiertag in Spanien. Verletzte bei Antifa-Demo
Florian Osuch junge Welt14.10.2008

In Spanien haben sich zum Nationalfeiertag am Sonntag mehr als eintausend Neonazis an Aufmärschen beteiligt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Aktivitäten lag in der katalanischen Region, darunter in der Metropole Barcelona, und in Valencia. Seit Jahrzehnten zelebrieren spanische Nationalisten und Neonazis den »Tag der Hispanität«, der in kolonialistischer Tradition an die spanische Besetzung Lateinamerikas nach der Entdeckung des Kontinents durch Christopher Columbus im Jahr 1492 erinnert.
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Brutale Britenherrschaft

Wandbild Mural Derry Civil Right One Man One Vote
flickr/aaocarroll CC BY-NC 2.0

Vor 40 Jahren reorganisierte sich in Nordirland die Widerstandsbewegung gegen die seit Jahrhunderten währende englische Besatzung Florian Osuch junge Welt 04./05.10.2008

Die Schlagstöcke der britischen Polizei Royal Ulster Constabulary (RUC) hinterließen Prellungen und Platzwunden, als sie am 5. Oktober 1968 auf die Köpfe der Demonstranten in Derry niedergingen. Mehrere Wochen hatte die Bürgerrechtsbewegung Northern Ireland Civil Rights Association (NICRA) sowie lokale Komitees den Marsch der damals in der Minderheit lebenden Iren in der zweitgrößten Stadt Nordirlands vorbereitet. Als ein protestantischer Traditionsverein für den gleichen Tag einen Umzug ankündigte, wurde die Demonstration der NICRA von einem britischen Minister für illegal erklärt. Empört über das Verbot ihrer Veranstaltung versammelten sich die Aktivisten trotzdem in Derry und bekamen die gesamte Härte der britischen Besatzungspolizei zu spüren.

Damit eskalierte in Nordirland der Konflikt um Bürgerrechte und Zivilgesellschaft im spätkolonialen Zweiklassenstaat. Inspiriert durch den US-amerikanischen Bürgerrechtler Martin Luther King schlossen sich Ende der 1960er Jahre Menschen mit verschiedenen politischen und weltanschaulichen Ansichten zur NICRA zusammen. In einem ersten Komitee saßen Vertreter liberaler, sozialdemokratischer, kommunistischer, gewerkschaftlicher sowie irisch-republikanischer Organisationen. (mehr…)

Spreeparade gegen das Investorenprojekt »Mediaspree« in Kreuzberg-Friedrichshain

Demo MediaspreeAm Montag starb in Befast der Vorsitzende der probritischen Progressiv Ulster Party, David Irvine. Folgen für den nordirischen Friedensprozeß unklar. Florian Osuch junge Welt 21.08.2008

Als Abschluß eines zweiwöchigen Intensivwahlkampfes für ein Bürgerbegehren unter dem Titel »Spreeufer für alle« haben sich am Samstag in Berlin rund 5.000 Personen an der Spreeparade beteiligt. Von bunt geschmückten Lautsprecherwagen der Techno-Hippie-Strandbar, der Antifaschistischen Linken Berlin, von FelS – Für eine linke Strömung – und der Hedonistische Internationale wurden die Einwohner von Friedrichshain-Kreuzberg zur Teilnahme am Bürgerentscheid aufgerufen. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot vor Ort und schirmte das Ufergelände an der Spree ab. Mehrere Polizeiboote kontrollierten den Fluß.

Mit staatlicher Förderung in Millionenhöhe konnte der Verein Mediaspree Investoren aus der Bau- und Immobilienwirtschaft anlocken. Auf einer Fläche von 180 Hektar sollen entlang der Spree Bürotürme, Luxushotels und Appartements entstehen. Am Sonntag waren die Einwohner von Kreuzberg-Friedrichshain aufgerufen, über die Zukunft des Spreeufers abzustimmen.

Gedenken an Anschlagsopfer von Omagh

Attentat in Nordirland sollte vor zehn Jahren Friedensprozeß stören. In der Folge wurde die IRA entwaffnet
Florian Osuch junge Welt 18.8.2008

In der Stadt Omagh haben am Wochenende mehrere tausend Menschen der Opfer eines der schwersten Anschläge in Nordirland gedacht. Am 15. August 1998 starben bei dem Bombenattentat der irischen Splittergruppe Real IRA 29 Menschen. Es war die blutigste Attacke des fast 30 Jahre währenden Bürgerkriegs im Norden Irlands. An der Trauerfeier nahmen nun Überlebende sowie zahlreiche Politiker teil, darunter der irische Ministerpräsident Brian Cowen sowie der stellvertretende Premierminister von Nordirland, Martin McGuinness von der Linkspartei Sinn Féin.
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Weichspülung abgelehnt

Fuck you O2Annähernd 35.000 Wähler des Berliner Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain haben sich am Sonntag am Bürgerentscheid beteiligt und über die Bau- und Investitionspläne am Spreeufer abgestimmt.
Florian Osuch junge Welt 15.7.2008

Rund 87 Prozent von ihnen befanden: »Mediaspree versenken!«. Damit wurde dem Vorhaben des Lobbyvereins »Mediaspree« eine klare Absage erteilt. Nach Plänen des staatlich geförderten Klubs sollen entlang der Spree auf 3,7 Kilometer Uferzone mit einer Gesamtfläche von 180 Hektar Luxusappartements, Hotel-, Bürokomplexe, Yachthafen und Lofts mit privatisiertem Spreeblick entstehen.
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Flußblockade auf der Spree

JubelparadeBerlin: Bootsprotest gegen Privatisierung im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg läutet Endspurt für Bürgerentscheid ein. Bezirkspolitiker setzen auf Verwirrung alle Kräfte. Florian Osuch junge Welt 6.6.2008

Am Dienstag nachmittag haben Aktivisten der Berliner Initiative »Spreeufer für alle« mit spektakulären Aktionen gegen eine Investorenrundfahrt auf dem Wasser demonstriert. Mit dem Protest auf der Spree wurde ein zehntägiger »Wahlkampf« für einen Bürgerentscheid am 13. Juli eröffnet. Dann sind 183000 Bürger von Kreuzberg-Friedrichshain aufgerufen, über die Zukunft einer 180 Hektar großen Fläche, darunter 3,7 Kilometer Spreeufer, zu entscheiden. Die zentrale Forderung der Initiative ist ein Mindestabstand von 50 Metern für Neubauten zum Fluß sowie eine maximale Bauhöhe von 22 Metern. Dem steht das Projekt »Mediaspree« entgegen, mit dem Immobilien- und Finanzinvestoren angelockt werden sollen. Geplant sind Hochhäuser, Luxushotels, Appartements, privatisierte Yachthäfen sowie das Ansiedeln multinationaler Konzerne aus der Medienbranche wie zuletzt MTV und Universal. Weichen müßten unter anderem die Szeneclubs Yaam, Bar25, Oststrand und Maria sowie die Wagenburg Schwarzer Kanal.
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Testlauf für Sinn Féins Popularität

Mary Lou McDonald
flickr/Sinn Fein, CC BY 2.0

Irische Linkspartei für »Nein« zum EU-Vertrag. Eine Woche vor der Volksabstimmung zum Lissabon-Vertrag mobilisiert die Linkspartei Sinn Féin alle Kräfte. Florian Osuch Neues Deutschland 6.6.2008

Am kommenden Donnerstag ist die Bevölkerung Irlands zu einem Referendum über den Lissabonner Vertrag aufgerufen. Die Inselrepublik ist das einzige EU-Land, welches das Abkommen per Volksabstimmung absegnen lässt. Dies sieht die irische Verfassung vor, nach der jede Verfassungsänderung per Referendum abgestimmt werden muss. Der Vertrag soll Anfang 2009 in Kraft treten. Vor drei Jahren war ein erster Entwurf an Referenden in den Niederlanden und Frankreich gescheitert.
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Küste in Brand

Anti-Shell-Protest in London (2008) - Shell to sea
Anti-Shell-Protest in London 2008, flickr/fotdmike (CC BY-NC-ND 2.0)

Im Westen Irlands baut ein Konsortium um Shell eine Hochdruckpipeline für Gasvorkommen, die der Staat verhökert hat. Der Widerstand ist mannigfaltig. Florian Osuch junge Welt 05.06.2008

Ein Konsortium aus drei multinationalen Energiekonzernen unter Führung von Shell plant die Ausbeutung eines Erdgasfeldes vor der Westküste Irlands. 30 Milliarden Kubikmeter Gas werden in diesem Corrib-Feld etwa 80 Kilometer vor der Region Mayo im Atlantik vermutet.

Das Gas soll nicht wie üblich direkt auf See, sondern an Land aufbereitet und dafür durch eine Hochdruckleitung aus dem Corrib-Vorkommen zur Raffinerie gepumpt werden. Unvorhersehbare Folgen für die Region und ihre Umwelt werden erwartet. Zudem hat die Regierung in Dublin die gesamten Verwertungsrechte an die Konzerne Shell, Statoil und Marathon abgetreten. (mehr…)

Container vor die Nase gesetzt

Mitte gegen rechtsIn Berlin verstärkt sich der Protest gegen den Verkauf und das Tragen der bei Neonazis beliebten Modemarke »Thor Steinar«.
Florian Osuch junge Welt 4.6.2008

Die Kleidung gilt unter Neonazis als szenetypisches Erkennungs- und Identifikationsmerkmal. Ein erstes Logo von »Thor Steinar« war zeitweise verboten, weil es faschistischen Symbolen zum verwechseln ähnlich sah. Vor dem »Tonsberg«-Laden in Berlin-Mitte, der ausschließlich diese Marke verkauft, hat am Wochenende eine Initiative aus Anwohnern und Gewerbetreibenden erneut protestiert.
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Brandenburg ganz breit gegen rechts

Keine Stimme den NazisBündnis formiert sich gegen NPD-Wahlkampf
Florian Osuch Neues Deutschland 23.5.2008

Die NPD will bei den nächsten Kommunalwahlen flächendeckend in die Brandenburger Kommunalparlamente einziehen. Das Bündnis »Keine Stimme den Nazis« versucht, genau dies zu verhindern.
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Nordirland: Polizist bei Anschlag verletzt

Logo PSNIIn Nordirland ist in der Nacht zu Dienstag ein Polizist bei einem Bombenanschlag schwer verletzt worden
Florian Osuch junge Welt 14.5.2008

Im Dorf Spamount in der Region Tyrone explodierte ein Sprengsatz unter dem Wagen eines Angehörigen der nordirischen Polizei PSNI. Sicherheitskräfte machen irische Splittergruppen für die Aktion verantwortlich. Diese lehnen den Friedenskurs der Irisch Republikanischen Armee (IRA) ab. Martin McGuiness, zweiter Minister der Regionalregierung, ehemaliger IRA-Kommandeur und Vizechef der irischen Linkspartei Sinn Féin äußerte gegenüber BBC, daß die Urheber des Anschlages »keine Angebote, kein Mandat und keine Strategie« hätten.

Anschläge in Nordirland

Logo PSNIIrische Splittergruppe legt Bombe in Shoppingcenter. Loyalisten attackieren wiederholt Migranten
Florian Osuch junge Welt 13.5.2008

Im Norden Irlands ist am Pfingstwochenende eine Familie aus Bulgarien Opfer eines rassistisch motivierten Brandanschlags geworden. An anderer Stelle legte vermutlich eine irische Splittergruppe eine Brandbombe in einem Shoppingcenter und verursachte leichte Sachschäden.
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Kein Bier für Neonazis

Florian Osuch junge Welt 9.5.2008

Saufen gegen rechtsAn der Technischen Fachhochschule (TFH) in Berlin planen Studierende eine Info- und Aufklärungskampagne gegen rechts. Auf einer außerordentlichen Sitzung des Studierendenparlamentes wurden am Mittwoch abend dazu zahlreiche Beschlüsse gefaßt. Anlaß war ein Hakenkreuz-Eklat auf der ersten Sitzung des neu gewählten Parlaments Ende April. Bei einer Abstimmung zur Wahl der Vertreter für den Allgemeinen Studierenden-Ausschuß (AStA) wurde ein Wahlzettel mit einem Hakenkreuz entdeckt. Das Nazisymbol tauchte ausgerechnet bei der Wahl für das AusländerInnen-Referat auf, das Studierende nichtdeutscher Herkunft betreut.
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