Tag-Archiv für '2003'

Friedensprozeß blockiert

Nordirland: Gemeinsame Regierung nach den Regionalwahlen nicht in Sicht.
Florian Osuch junge Welt 17.12.2003

Knapp drei Wochen nach der Wahl zum Regionalparlament ist der politische Prozeß um Frieden und Selbstbestimmung des Nordens Irlands weiter unterbrochen. Ob überhaupt und wann es zur Bildung einer erneuten Allparteienkoalition für die Provinz kommen wird, ist völlig unklar. Bis dahin steht der Norden Irlands weiterhin unter britischer Direktherrschaft, die seit Suspendierung der Regionalregierung im Herbst 2002 anhält.
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Sinn Féin punktete bei Regionalwahl

Sinn FéinNordirland: IRA-nahe Partei stärkste Kraft im irischen Lager. Komplizierte Regierungsbildun. Florian Osuch junge Welt 29.11.2003

Nach den Regionalwahlen in Nordirland vom Mittwoch wird die probritische Democratic Unionist Party (DUP) voraussichtlich die größte Fraktion im Parlament stellen. Damit stünde die Selbstverwaltung der seit elf Monaten unter Direktherrschaft aus London stehenden Provinz auch künftig nicht zur Debatte.
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Wahlen als Friedenshebel

Sinn FéinNordirland-Gespräche in London. Sinn Féin legt Dossier über anti-irischen Terror vor. Florian Osuch junge Welt 15.10.2003

Bei einem überraschenden Gipfeltreffen am Montag in London mit Britanniens Premierminister Tony Blair, dessen irischem Amtskollegen Berti Ahern sowie den nordirischen Vertretern David Trimble (Ulster Unionist) und Gerry Adams (Sinn Féin) wurde über neue Anstöße für den festgefahrenen Friedensprozeß verhandelt. Seit über einem Jahr steht der Norden Irlands wieder unter direkter britischer Verwaltung, nachdem die Ulster Unionist Party die Zusammenarbeit mit Sinn Féin in der »Allparteien-Regierung« aufgekündigt hatte. Nunmehr wurden die von Sinn Féin seit langem geforderten Neuwahlen für den 13. November anvisiert. Ob der Termin bestätigt wird, entscheidet sich im Laufe des Mittwochs: Tony Blair müßte die Wahl heute ausrufen, um festgesetzte Fristen für die Dauer des Wahlkampfes zu wahren. Weitere Informationen zu den Gesprächsergebnissen lagen nicht vor.
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Tag der Mahnung in Berlin

Tag der Mahnung LogoAktionen gegen rechts notwendig wie eh und je. Florian Osuch junge Welt 19.9.2003

Tausende Menschen versammelten sich am Sonntag in Berlin-Mitte zum Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg. Der Aktionstag, der seit 1990 zum inzwischen 14. Male stattgefunden hat, steht in der Tradition des seit 1945 am zweiten Sonntag im September begangenen »Tages der Opfer des Faschismus«.
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Aktionstag gegen Rassismus

Tag der Mahnung LogoKundgebungen, Diskussionen und Ausstellungen über Faschismus und Neonazismus in Berlin. Florian Osuch junge Welt 13.09.2003

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten ( VVN-BdA) ruft nach monatelanger Vorbereitung zum Aktionstag gegen Rassismus, Neonazismus und Krieg am Sonntag in Berlin auf. Um 11 Uhr beginnt eine Kundgebung am vom Abriß bedrohten Denkmal für die Opfer der Köpenicker Blutwoche am Platz des 23. April. Ein Fahrradkorso führt im Anschluß vorbei an Orten des Naziterrors und des antifaschistischen Widerstandes im Berliner Südosten.
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Grenzgänger

Tag der Mahnung LogoVorschau auf Kulturprogramm zum Tag der Mahnung in Berlin.
Florian Osuch junge Welt 27.08.2003

Der Gewinner des Liedwettbewerbs zum Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung 2003 – an dem VVN-BdA und andere Organisationen der Opfer des Faschismus gedenken – steht fest. Eine Jury entschied sich Anfang der Woche für die Bremer Band Grenzgänger. Die Musiker können am 14. September leider nicht in Berlin sein. Frank Baier – Mr. Ruhrpott –, der gemeinsam mit den Grenzgängern das Lied »Wer zettelt immer Kriege an« vertonte, wird das Preisgeld in Höhe von 300 Euro entgegennehmen.
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Protest gegen eingeschränktes Wahlrecht

Wandbild Mural Derry Civil Right One Man One Vote1968 demonstrierten Nordiren für Gleichberechtigung. Jubiläumsmarsch mit aktuellem Hintergrund. Florian Osuch junge Welt 23.08.2003
Am morgigen Sonntag findet in Nordirland eine Demonstration zur Erinnerung an einen der ersten großen Bürgerrechtsmärsche vor 35 Jahren statt. Im August 1968 zogen Tausende unter der Losung »One man – one vote« (Ein Mensch – eine Stimme) von Coalisland nach Dungannon (Tyrone).

Francie Molloy, Sinn-Féin-Abgeordnete von Tyrone, war schon damals dabei und äußerte sich gegenüber der linken Zeitschrift AP/RN verärgert, daß mit der Verschiebung der nordirischen Regionalwahlen erneut das Wahlrecht der Iren eingeschränkt würde. Es sei ein »rückwärtsgewandtes Signal der Briten«, so Molloy. Deshalb werde man auch symbolisch die entgegengesetzte Route von Dungannon nach Coalisland einschlagen. Angekündigt haben sich auch verschiedene Gründungsmitglieder der damaligen Bürgerrechtsbewegung, darunter die Sozialistin Bernadette McAliskey, die 1969 mit 21 Jahren als bislang jüngste Abgeordnete ins britische Unterhaus gewählt wurde. (mehr…)

Fußball als Statement

AntifaAntifa-Gruppen treffen sich zu einem antirassistischen Kickerturnier in Berlin. Florian Osuch junge Welt 30.07.2003

Am kommenden Wochenende findet in Berlin das antirassistische Fußballturnier »Left-Kick« statt. Bisher haben über ein Dutzend Mannschaften ihre Teilnahme zugesagt, darunter Teams aus Berlin, Leipzig, Bremen, Göttingen und Schwerin. Die Initiative geht in diesem Jahr von der Antifaschistischen Linken Berlin (ALB) und der Freizeit-Mannschaft »Red Zombies Westberlin« aus, nachdem in den vergangenen Jahren in Göttingen und Schwerin gespielt wurde.
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Pankower Künstlerin gewann Wettbewerb

Tag der Mahnung LogoPlakatwettbewerb zum diesjährigen Tag der Mahnung in Berlin entschieden.
Florian Osuch junge Welt 22.07.2003

Das Motiv für das diesjährige Mobilisierungsplakat zum »Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung« am 14. September 2003 wurde am Wochenende vom »Vorbereitungskreis Tag der Mahnung« präsentiert. Es ist das Gewinner-Plakat aus einem Wettbewerb, den der Vorbereitungskreis in diesem Jahr erstmalig ausgeschrieben hatte.
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Nach den Protesten gegen den EU-Gipfel im Juni: Noch immer Demonstranten in griechischer Haft?

jW sprach mit Michael Karanikolas. Er ist Mitglied der »Kampfinitiative Thessaloniki 2003«, einem Bündnis linker Gruppen. Florian Osuch junge Welt 02.07.2003

F: Während der Proteste gegen den EU-Gipfel am 20. und 21. Juni gab es zahlreiche Festnahmen. Sind inzwischen alle wieder frei?

Nein. Sieben Menschen aus verschiedenen Ländern sitzen noch immer in Haft. Den meisten droht ein Prozeß, dessen Beginn nach griechischer Rechtslage bis zu 18 Monaten hinausgezögert werden kann.
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Antifaschistischer Ideenwettbewerb

Tag der MahnungZum diesjährigen »Tag der Mahnung« junge Künstler zu eigenen Beiträgen herausgefordert. Florian Osuch junge Welt 25.06.2003

Zum nunmehr 14. Mal findet im September der »Tag der Erinnerung, Mahnung und Begegnung« in Berlin statt. Die Veranstaltung knüpft an den »Tag der Opfer des Faschismus« (OdF) an, der 1945 von Überlebenden der Nazibarbarei ins Leben gerufen und alljährlich in der DDR begangen wurde. Seit der Reaktivierung des Tages 1990 haben sich mehr als 500 Initiativen an der Ausgestaltung des Tages beteiligt. Auf der Freifläche des Marx-Engels-Forums in der Nähe des Roten Rathauses werden auch dieses Jahr mehr als 100 Organisationen und Einzelpersonen über ihre Arbeit informieren. Es gibt Ausstellungen und Gesprächsrunden, auf einer großen Bühne wird zwischen 13 und 18 Uhr ein Kulturprogramm präsentiert.
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»Gefährliches politisches Vakuum«

Sinn FéinIrlandweite Aktionen von Sinn Féin gegen Verschiebung der Nordirland-Wahl. Florian Osuch junge Welt 28.05.2003

»Es gibt keinen Grund, warum wir im Mai nicht wählen können«, so das Statement von Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams zu den ursprünglich für den morgigen Donnerstag geplanten Wahlen zum nordirischen Parlament. Sie wurden inzwischen auf Herbst vertagt. Die britische Regierung hatte den Termin vor sechs Wochen erneut verschoben, weil sich der Unionisten-Führer David Trimble geweigert hatte, mit Sinn Féin auf parlamentarischer Ebene zusammenzuarbeiten, solange sich die ihr nahestehende IRA nicht völlig entwaffnet habe.
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Terror vor der »Marschsaison«

Besorgnis über zunehmende Angriffe auf Katholiken in Nordirland. Florian Osuch junge Welt 25.05.2011

In Nordirland beginnt der heiße Sommer bereits im Frühjahr. Noch vor dem offiziellen Start der Marschsaison protestantischer Unionisten mehren sich die Anschläge gegen die irische Bevölkerung. In den vergangenen Wochen wurden ungewöhnlich viele Anschläge auf Häuser sowie gegen Personen gemeldet. In Nordbelfast kam es nun über mehrere Tage zu Auseinandersetzungen zwischen einem loyalistischen Mob und der Verteidigungsgruppe, die in jedem irischen Bezirk für den Schutz der Anwohner sorgt. Allabendlich griffen Jugendliche unterstützt von Paramilitärs von Iren bewohnte Häuser des angrenzenden Viertels mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern an. Eine Familie mußte nach der Detonation einer Rohrbombe aus ihrem Haus flüchten. Die immer noch zu über 90 Prozent aus probritischen Unionisten bestehende Polizei griff nicht ein, obwohl sie in der Nähe mit mehreren gepanzerten Wagen Position bezogen hatte. Im Süden von Belfast verübten loyalistische Paramilitärs einen Brandanschlag auf eine Grundschule und verursachten einen Sachschaden von mehreren tausend Pfund.
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Symbol des irischen Widerstands

Belfast mural Bobby Sands
flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Hungerstreik in britischem Gefängnis hielt 1981 die Welt in Atem. Thatcher blieb eisern. Florian Osuch junge Welt 05.05.2003

Heute vor 22 Jahren starb Bobby Sands nach 66 Tagen Hungerstreik im britischen Hochsicherheitsgefängnis von Long Kesh. Als Kommandeur der Untergrundorganisation IRA in den sogenannten H-Blocks der Haftanstalt hatte er am 1. März 1981 den zweiten großen Hungerstreik der proirischen Gefangenen begonnen. Ein Jahr zuvor war der erste Hungerstreik erfolglos abgebrochen worden – der Status des politischen Gefangenen wurde den Häftlingen verwehrt. Zu ihrer zweiten Protestaktion hatten die Gefangenen fünf konkrete Forderungen zur Verbesserung der Haftbedingungen formuliert. Dazu gehörten das Recht auf eigene Kleidung, auf freie Zusammenkunft der Gefangenen sowie das Recht auf Strafnachlaß wie bei normalen Gefangenen ebenso wie die Ablehnung von Zwangsarbeit und das Recht auf einen Besuch, einen Brief und ein Päckchen pro Woche.
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Sinn Féin im Aufwind

Sinn FéinFünf Jahre nach dem »Karfreitags-Abkommen«: IRA kündigt Kontakt zu Entwaffnungskommission an. Florian Osuch junge Welt 17.04.2003

Der seit einem Jahr ins Stocken geratene Friedensprozeß für Nordirland scheint langsam wieder in Fahrt zu kommen. Fünf Jahre nach Unterzeichnung des »Karfreitags-Abkommen« hat die Irisch Republikanische Armee (IRA) angekündigt, ihren vor acht Monaten abgebrochenen Kontakt zur Entwaffnungskommission wieder aufzunehmen. Ziel dieser Verhandlungen sei die Vernichtung eines dritten IRA-Waffenlagers, nachdem die Guerilla bereits im Oktober 2001 und im April 2002 zwei Waffendepots hatte verschließen lassen.
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