Tag-Archiv für '2002'

Oranier-Märsche in Belfast

mural orange march
flickr/kyz CC BY 2.0

Demonstration der Vormacht: Protestanten ziehen am Freitag durch die nordirische Metropole. Florian Osuch junge Welt 12.07.2002

Nordirlands Metropole steht der Höhepunkt der alljährlichen protestantischen Marschsaison bevor. Am heutigen Freitag zelebrieren pro-britische Unionisten ihren wichtigsten Feiertag. Mit Umzügen und Paraden erinnern sie an eine Schlacht vor 300 Jahren, in der ein protestantischer König seinen katholischen Rivalen besiegen konnte. Mit der Erinnerung an den historischen Sieg demonstrieren Unionisten ihre anhaltende Vormachtstellung in Nordirland und ihre Verbundenheit zur britischen Krone.
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Krawalle bei Oranier-Umzug

Nordirland: »Marsch-Saison« eskalierte erneut in Portadown Florian Osuch junge Welt 09.07.2002

Zum Höhepunkt der alljährlichen Marschsaison des protestantischen Oranier-Ordens kam es am Sonntag in Portadown (Grafschaft Armagh) zu heftigen Ausschreitungen. Rund 1.300 Unionisten waren zuvor friedlich vom Stadtkern zur außerhalb gelegenen Kirche von Drumcree gezogen. Die vom britischen Premierminister Tony Blair eingesetzte Paradenkommission hatte dem Orden im fünften Jahr in Folge den Rückweg durch die mehrheitlich katholische Garvaghy Road untersagt. Als eine Abordnung des Ordens an den meterhoch verbarrikadierten Toren zum pro-irischen Viertel eine Protestnote abgeben wollte, eskalierte die Situation. Einige Dutzend Unionisten, darunter auch Ordensmänner, versuchten die Absperrung zu durchbrechen, wurden jedoch abgedrängt. Die Polizei, unterstützt vom britischen Militär, setzte Wasserwerfer gegen die Unionisten ein und feuerte Gummigeschosse. 24 Polizisten und Soldaten wurden verletzt, mehrere Randalierer festgenommen. Für die nächsten Tage werden weitere Auseinandersetzungen erwartet.
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Die Mauer in Belfast wird höher

Peaceline Belfast Bombay Street
flickr/jackhynes, CC BY-NC-SA 2.0

Pogromartige Ausschreitungen gegen nordirische Republikaner. Sinn Féin stellt erstmals Bürgermeister.
Florian Osuch junge Welt 14.6.2002

Seit einer Woche wird die größte nordirische Stadt erstmals von einem republikanischen Politiker regiert. Mit den Stimmen von Sinn Féin, der sozialdemokratisch-proirischen SDLP und der nicht-republikanischen Alliance-Party wurde Alex Maskey zum Bürgermeister von Belfast gewählt.

Maskey zog 1983 als erster Abgeordneter für Sinn Féin in die Belfaster City Hall ein. Die linke Partei – die der IRA nahe steht – ist inzwischen die stärkste Kraft in Belfast, konnte sich jedoch in der Vergangenheit in entscheidenden Wahlgängen nicht gegen die loyalistischen Parteienmehrheit durchsetzen. (mehr…)

Rechter Protest gegen Baue einer Moschee

Spanische Faschisten wollen Bauvorhaben der islamischen Gemeinde nahe Barcelona verhindern. Florian Osuch junge Welt 25.05.2011

Der Streit um den Bau einer Moschee in Premià de Mar – einem Vorort von Barcelona – ist am Wochenende eskaliert. Rund 1500 Bürger der Stadt protestierten gegen das Vorhaben der islamischen Gemeinde, ein muslimisches Gebetshaus zu errichten. Die Demonstration unter dem Motto »Seine Rechte zu verteidigen ist nicht rassistisch – Nein zur Moschee in Premià« wurde angeführt von Joseph Anglada, einem in der nordkatalanischen Stadt Vic seit Jahren tätigen Rechtsextremisten. An dem Marsch beteiligten sich auch rund hundert Neonazis im Skinhead-Look, die zum Teil als Ordnerdienst und Personenschützer von Anglada auftraten. An einer antifaschistischen Gegendemo (»Stoppt den Marsch der Faschisten! – Antifaschistische Aktion!«) beteiligten sich nur rund 200 Jugendliche, die aus Barcelona angereist waren.
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Erste Prozesse nach Gipfel

Verfahren nach EU-Treffen in Barcelona enden meist mit Freisprüchen. Florian Osuch junge Welt 18.04.2002

Noch immer herrscht Unklarheit über die Zahl der während des EU-Gipfels in Barcelona im März festgenommenen Personen. Während die lokale Presse in ihren Berichten über die derzeit laufenden Schnellverfahren von insgesamt 98 Festgenommenen spricht, wurde auf der Homepage von Indymedia erst kürzlich die Zahl von 109 Personen genannt. Die Unterschiede kommen vermutlich deshalb zustande, weil zahlreiche Inhaftierte ohne Anzeige freigelassen wurden oder die Polizei nur wegen Bagatelldelikten ermittelt, und sie deshalb nicht als »reguläre Gefangene« gezählt werden.
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Soziales Zentrum geräumt

El PalomarDruck gegen Hausbesetzerbewegung in Barcelona dauert an. »El Palomar« von Polizei gestürmt. Florian Osuch junge Welt 09.04.2002

Der Druck auf die Besetzerbewegung in der katalanischen Metropole Barcelona hält weiter an. Kaum ist der EU-Gipfel und die damit zusammenhängende Räumungspause vorbei, vergeht keine Woche, ohne daß gegen eine bevorstehende Räumung mobilisiert wird. Am vergangenen Freitag wurde das soziale Zentrum »El Palomar« im Bezirk Sant Andreu geräumt und zerstört. Im Bezirk Gràcia verhinderten am Montag etwa 60 Demonstranten die Räumung des Hauses »Oasis«. Aufgrund des Widerstandes »auf der Straße und im Hausinneren« sagte der zuständige Richter den Termin in letzter Minute ab. Das Haus gehört der Immobilienfirma IBUSA, dessen Inhaber – Eduardo Bueno – Politiker der rechten Volkspartei ist.
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Positive Bilanz nach Protesten in Barcelona

Organisatoren werten Aktionen gegen EU-Gipfel als Erfolg. Alle Inhaftierten frei. Streit um Krawalle. Florian Osuch junge Welt 23.03.2002

»Die Proteste gegen den EU-Gipfel waren ein voller Erfolg für die globalisierungskritische Bewegung«, so das deutliche Fazit der Organisatoren eine Woche nach der Großdemonstration in Barcelona. Mehr als 500.000 Menschen nahmen an dem Protestmarsch »Gegen ein Europa des Kapitals! Eine andere Welt ist möglich!« am vergangenen Sonnabend teil. Das waren mehr als beim G-8-Treffen in Genua im Juli 2001 oder beim Welt-Sozial-Forum in Porto Alegre Anfang des Jahres. Die hohe Zahl der Teilnehmer hat die Organisatoren völlig überrascht. »Wir hatten anfangs mit nur etwa 40.000 Menschen gerechnet, wobei es noch einige tausend hätten mehr werden können«, so María vom Vorbereitungskomitee. Sie spielt dabei auf die über hundert Reisebusse aus Frankreich und Belgien an, die an der Grenze festgehalten wurden. Bereits zwei Tage zuvor hatten 100.000 europäische Gewerkschafter für ein soziales Europa demonstriert.
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Barcelona rüstet sich für EU-Gipfel

Route der Großdemonstration verlegt. Florian Osuch junge Welt 12.03.2002

Barcelona rüstet sich für den bevorstehenden EU-Gipfel. Wenn sich Ende der Woche die europäischen Staatschefs zu ihren regelmäßigen Treffen versammeln, sollen kritische Stimmen weiträumig abgehalten werden. Zum vorgesehenen Sicherheitskonzept – das zusammen von Stadtverwaltung, Zentralregierung und Polizei ausgearbeitet wurde – gehört unter anderem ein abgeriegeltes Tagungsviertel, zu Sonderzonen erklärte Stadtteile und ein Polizeigroßaufgebot. Der Bereich um die Universität am oberen Ende der Diagonal wird teils gesperrt und nur für Anwohner zugänglich sein. Studenten haben zwei Tage frei und mehrere Metrostationen werden geschlossen. Bereits Anfang März hat die Polizei begonnen, riesige Zäune um Hotels und Tagungszentren zu installieren. Die Viertel Sants und Gràcia sowie das Zentrum wurden zu »Sonderzonen« mit verstärkten Kontrollen erklärt. Insgesamt werden rund 10.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein – so viele, wie seit den Olympischen Spiele 1992 nicht mehr. Die Zentralregierung in Madrid hat nach einem Bericht von El País angekündigt, das Schengen-Abkommen zwischen dem 11. und 16. März 2002 außer Kraft zu setzen und Grenzkontrollen durchzuführen.
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Streit um »Plan Hidrológica«

Spanien: Gigantisches Wasserprojekt entzweit Sozialisten. Risiken für Umwelt. Florian Osuch junge Welt 11.03.2002

Der iberischen Halbinsel steht ein gigantisches Wirtschaftsprojekt bevor. Wenn es nach den Plänen der regierenden rechten Volkspartei (Partido Popular, PP) geht, wird die Wasserverteilung in Spanien völlig neu organisiert. Vom Fluß Ebro soll Wasser durch riesige neu zu bauende Kanäle dem wasserarmen Süden zugeführt werden. Auch die oppositionellen Sozialdemokraten der PSOE sprechen sich für den »Plan Hidrológica Nacional« (PHN) aus. Ende Februar kam es jedoch bei einer Abstimmung um den PHM im Europaparlament zu einem Eklat innerhalb der sozialdemokratischen Fraktion von Spanien. Auch wenn es bei dem Antrag nur um zweitrangige Aspekte ging, zeigte sich jedoch, wie tief Spaniens Gesellschaft in der Frage des Projektes gespalten ist. Katalanische Abgeordnete der PSC (Partido Socialista Catalunya) stimmten für den PHN-kritischen Antrag und brachen somit ihre »Fraktionsdisziplin«. Gleichzeitig stimmten fünf andere PSOE-Abgeordneten gemeinsam mit der PP gegen den Antrag und für den Plan Hidrológica.
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Hausbesetzer behaupten sich

squatRäumung des Zentrums »El Palomar« in Barcelona verhindert
Florian Osuch junge Welt 01.03.2002

Am Mittwoch verhinderten rund 400 Hausbesetzer die Räumung des sozialen Zentrums »El Palomar« in Barcelona. Ein Gericht hatte zuvor entschieden, daß das stadteigene Gebäude geräumt werden müsse. Mehr als 50 Bewohner und Freunde des seit fünf Jahren besetzten Palomar hatten sich im Haus eingeschlossen und wollten mit »passivem Widerstand« die Räumung verhindern. Einige hatten sich vom Dach abgeseilt, andere sich am Eingangstor festgekettet.
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