Archiv der Kategorie 'junge Welt'

Trauer in Nord und Süd

Martin McGuinness und Michele O'Neill, Sinn Féin
Martin McGuinness und seine Nachfolgerin
Michele O‘Neill, Foto: Sinn Féin (CC BY 2.0)

In Nordirland verstarb Martin McGuinness von der irisch-republikanischen Partei Sinn Féin. Florian Osuch junge Welt 23.3.2016
Nach kurzer schwerer Krankheit ist am Dienstag Martin McGuinness, langjährige Führungsfigur der irischen Linkspartei Sinn Féin, verstorben. Fast ein halbes Jahrhundert lang prägte er die Politik in Nordirland. McGuinness war zeitweilig Kommandeur der irisch-republikanischen Untergrundarmee IRA und von 2007 bis Januar dieses Jahres stellvertretender Erster Ministerpräsident von Nordirland. (mehr…)

Sinn Féin stark wie nie

Gerry Adams und Michele O'Neill, Sinn Féin
Gerry Adams und Michele O‘Neill, Sinn Féin
Foto: Sinn Féin (CC BY 2.0)

Nordirland: Probritische Parteien verlieren Mehrheit bei Regionalwahlen. »Brexit« und innerirische Grenze bleiben Streitpunkte. Florian Osuch junge Welt 6.3.2016
Aus den vorgezogenen Neuwahlen in Nordirland ist die rechte, probritische Democratic Unionist Party (DUP) erneut als Siegerin hervorgegangen. Die Partei der amtierenden Ministerpräsidentin Arlene Foster liegt mit 28,1 Prozent der Stimmen trotz geringer Verluste weiterhin knapp vor der linksrepublikanischen Sinn Féin. Für sie votierten 27,9 Prozent der Wähler – dies ist ihr bislang bestes Ergebnis. Mit deutlichem Abstand folgen die Ulster Unionist Party (UUP) mit 12,9 Prozent und die Sozialdemokraten der Social Democratic and Labour Party (SDLP) mit 11,9 Prozent. (mehr…)

Datenschutz durch Verweigerung

Datenschutz, Broschüre DisconnectDas »Capulcu«-Kollektiv gibt Anleitung zum Widerstand gegen den digitalen Zugriff. Florian Osuch junge Welt 29.12.2016
Wie hältst du es mit der Datensicherheit im Internet? Antworten und Hinweise, wie wir uns im digitalen Zeitalter der totalen Überwachung entziehen können, gibt die Broschüre »Disconnect – keep the future unwritten!«. Es ist die zweite Veröffentlichung, des Capulcu-Kollektivs. Der Name der Gruppe bedeutet im Türkischen so viel wie Wegelagerer oder Nichtsnutz. So diffamierte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan 2013 Protestierende im Istanbuler Gezi-Park. Im ersten Band, der mittlerweile bereits in der dritten überarbeiteten Auflage erschienen ist, stellte das Kollektiv »Tails«, eine Technologie zur sicheren Computernutzung, vor. (mehr…)

Häftling 64401

Adolf Burger, Falschgeldwerkstatt im KZ Sachsenhausen, Operation BernhardMit Adolf Burger starb der vermutlich letzte Teilnehmer der Falschgeldaktion »Operation Bernhard« aus dem KZ Sachsenhausen. Florian Osuch junge Welt 28.12.2016
Anfang Dezember ist der Holocaustüberlebende Adolf Burger gestorben. Der Slowake hatte die Leiden von sieben Konzentrationslagern überstanden und war am Falschgeldkommando im KZ Sachsenhausen beteiligt gewesen. Bis ins hohe Alter berichtete er als Zeitzeuge vor Schulklassen, auch in Deutschland. Sein autobiographisches Buch »Des Teufels Werkstatt« diente als Vorlage für den Film »Die Fälscher«, der im Jahr 2008 einen Oscar als bester fremdsprachiger Film gewann. (mehr…)

Rezension: Großisrael oder Frieden?

Rezension: Großisrael oder Frieden?Rezension: Petra Wild diskutiert die Möglichkeit einer Einstaatenlösung in Palästina. Florian Osuch, junge Welt, 30.10.2017
Im Zusammenhang mit der Lösung des Israel-Palästina-Konflikts haben sich beide Seiten in den Oslo-Verträgen Anfang der 1990er Jahre grundsätzlich zur Zweistaatenlösung bekannt. Ein palästinensischer Staat ist aber auch mehr als 20 Jahre später nicht in Sicht. (mehr…)

Katalonien: Zeitung enttarnt Neonazis

Ultimo Bastion, Neonazis aus Sabadell, Katalonien, PPCC, Antifa
Neonazis vor einem Gericht in Barcelona
Foto: directa.cat

Journalisten der linken katalanischen Wochenzeitschrift Directa haben eine Gruppe Neonazis enttarnt, die seit mehreren Jahren unter dem Namen »Último Bastión« firmiert. Florian Osuch junge Welt 12.10.2016
Etwa 20 feste Mitglieder soll sie umfassen, die mutmaßlich führenden Köpfe werden auch namentlich genannt. Basis dieser »Letzten Bastion« ist laut Directa die Stadt Sabadell etwa 30 Kilometer nördlich von Barcelona. In der gesamten Region soll die Neonazitruppe über Jahre Gewaltakte verübt sowie Aufmärsche und Veranstaltungen organisiert haben. Rund 100 Strafverfahren hätten sich insgesamt gegen die einzelnen Neonazis angesammelt – die Haftstrafen summierten sich inzwischen auf Dutzende Jahre. (mehr…)

»Blood and Honour«: Festival in England

Ultimo Bastion, Neonazis aus Sabadell, Katalonien, PPCC, Antifa
Nazis von „Blood & Honor“ (Symbolbild)
Foto: StevenSarginson (CC BY-NC 2.0)

Anhänger und Unterstützer des Neonazinetzwerks »Blood and Honour« (Blut und Ehre) sind in England zu einem dreitägigen Festival zusammengekommen. Florian Osuch junge Welt 12.10.2016
Das meldete die Zeitung Belfast Telegraph am Wochenende und veröffentlichte ein Foto, das Teilnehmer zeigen soll. Darauf posieren drei Männer mit einem britischen Union Jack samt großem Hakenkreuz in der Mitte. Das Festival fand bereits Ende September auf einer Wiese in der Gemeinde Haddenham in der Nähe von Ely in Ostengland statt. Es verlief nach den Worten eines Polizeisprechers ohne Zwischenfälle. (mehr…)

»Die Gesundheit der Türkei ist auf allen Ebenen angeschlagen«

Rezension: Der Kurdistan ReportRezension: Der Kurdistan Report. Florian Osuch, junge Welt, 26.9.2016
Im Kurdistan-Report geht es um die Situation in der Türkei nach dem Putschversuch vom 15./16. Juli 2016. Im Zentrum stehen weniger tagespolitische Ereignisse als vielmehr Analysen zur Lage in der gesamten Region. In einem Interview mit Cemil Bayik, dem Kovorsitzenden der Union der Gemeinschaften Kurdistans (KCK), geht es sowohl um die Hintergründe des Putsches als auch um dessen mögliche Auswirkungen auf Kurdistan. Die KCK ist ein Zusammenschluss, der den Aufbau kurdischer Selbstverwaltungsstrukturen unterstützt. Der gescheiterte Staatsstreich stelle einen Wendepunkt in der Geschichte der Türkei dar, so Bayik. (mehr…)

»Freundeskreis Thüringen« im Blick

Antifa LogoEine neue Broschüre informiert kritisch über den 2015 gegründeten rechten »Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen«. Florian Osuch, junge Welt, 31.08.2016
Neben einem detaillierten Überblick über die bisherigen Aktivitäten werden auch Strippenzieher und Hintermänner der rechten Truppe enttarnt. Der Zusammenschluss ist eine Plattform zur Vernetzung rechter und neonazistischer Gruppierungen in Südniedersachsen und Thüringen. Bekannte Neonazis wie der Multiaktivist Thorsten Heise mischen dort mit. (mehr…)

Messerangriff in Dortmund

Nazis in Dortmund
Unappetitlich: Nazis in Dortmund
Foto: B90/Grüne-NRW (CC BY-SA 2.0)

Vier Jahre nach dem Verbot einer Neonazikameradschaft häufen sich Überfälle auf Antifaschisten. Rechte und Hooligans planen Aufmärsche. Florian Osuch junge Welt 17.08.2016
Am Sonntag ist in Dortmund ein junger Antifaschist überfallen und verletzt worden. Drei Vermummte hätten dem 24jährigen im Westteil der Stadt aufgelauert. Die Angreifer seien maskiert aus einem Auto gestiegen und hätten auf den Mann eingeschlagen, ein Täter soll mit einem Messer zweimal zugestochen haben. Trotz Stichverletzungen im Bauchbereich und Prellungen im Gesicht konnte der Angegriffene flüchten. Nach einer Erstversorgung im Krankenhaus habe er Anzeige bei der Polizei erstattet. Dies meldete das Bündnis »Dortmund stellt sich quer« am Montag. (mehr…)

Rechte erinnern an Franco-Putsch

In der katalanischen Stadt Girona haben extreme Rechte an den Franco-Putsch in Spanien vor 80 Jahren erinnert. Florian Osuch junge Welt 27.07.2016
Nach Angaben der katalanischen Zeitung Directa hatte die »Acción Juvenil Española« (Jugendaktion Spanien, AJE) zu der Veranstaltung unter dem Titel »Gefallen für Gott und Spanien« eingeladen. Die AJE ist eng verbunden mit dem ultrakonservativen »Movimiento Católico Español« (Spanische katholische Bewegung). Das Treffen habe bereits am 18. Juli stattgefunden. Von Directa veröffentlichte Bilder zeigen führende Rechtsextremisten bei einem Gedenkrundgang auf einem städtischen Friedhof sowie bei einem gemeinsamen Essen in einem mit Bannern der faschistischen Partei »Falange« geschmückten Saal. Teilnehmer war laut Directa auch Javier Barraycoa, Professor der katholischen Privathochschule Universitat Abat Oliba, ein führender Rechtsextremist.

Kurzrezension: Datensparsamkeit

Datenschutz, Broschüre DisconnectEin zweites Heft des Capulcu-Kollektivs (das türkische Wort capulcu bedeutet Wegelagerer oder Nichtsnutz) befasst sich mit Datensicherheit und gibt Hinweise, wie wir uns der totalen Überwachung im digitalen Zeitalter entziehen können.. Florian Osuch, analyse & kritik, 21.6.2016
Im ersten Band war die Technologie zur sicheren Computernutzung Tails vorgestellt worden. Nun werden Facetten einer neuen Welle des »technologischen Angriffs« nachgezeichnet. Ins Zentrum rückt die Information als wichtigstes Gut der digitalen Gesellschaft. Facebook, Amazon, Google und Co. haben sich mit ihren Anwendungen und Diensten Werkzeuge geschaffen, und die Nutzer_innen machen mit – die Freiwilligkeit beschert den Konzernen gigantische Gewinne. Deshalb müsse man »jetzt aus der Zukunft ausbrechen«. Ein Gegenangriff auf die Praxis und die Ideologie der totalen Erfassung sei zwingend notwendig. (mehr…)

»Ende Gelände« in der Lausitz

Aktion Ende Gelände in der Lausitz, 2016
Aktion Ende Gelände in der Lausitz, 2016

Proteste gegen Braunkohleförderung: Tagebau und Kraftwerk blockiert. Florian Osuch, junge Welt, 17.05.2016
Am Pfingstwochenende haben in der Lausitz mehrere tausend Klimaaktivisten die Braunkohleförderung im Tagebau Welzow-Süd zum Erliegen gebracht. Sie besetzten Bagger, ließen sich auf Gleisen nieder und schnitten so den Nachschub für das Kraftwerk »Schwarze Pumpe« bei Spremberg ab. Dessen Betreiber, der schwedische Staatskonzern Vattenfall, musste die Leistung der Kraftwerksblöcke um bis zu 80 Prozent drosseln. Für insgesamt 48 Stunden seien Tagebaubetrieb und Verladestation blockiert worden, 24 Stunden lang sei das Kraftwerk vom Kohlenachschub abgeschnitten gewesen, hieß es in einer Abschlusserklärung der Aktion »Ende Gelände« vom Sonntag. Das Bündnis hatte die Blockaden im Vorfeld als Aktionen des zivilen Ungehorsams angekündigt. (mehr…)

Neue Rechtsallianz in Spanien

Nazis in Spanien
„Die Spanier zuerst“, Sticker von „España 2000″
Foto: flickr/mi) (CC BY 2.0)

»Identitäre Föderation« soll von christlicher Volkspartei enttäuschte Konservative ansprechen. Florian Osuch junge Welt 24.02.2016
In Spanien haben drei rechte Gruppierungen eine neue Allianz gebildet. Wie das Nachrichtenportal Público berichtete, haben sich die kleine Partei España 2000, die noch kleinere »Freiheitspartei« Partido por la Libertad (PxL) sowie die in einigen Kommunen Kataloniens erfolgreiche Plataforma per Cataluña (PxC) auf die Bildung einer »Spanischen Identitären Föderation« verständigt. Unterstützt wird die Federación Identitaria Española von der kleinen, aber teils einflussreichen Organisation Manos Limpias (saubere Hände). Zielgruppe des Zusammenschlusses sind konservative und »patriotische« Spanier, die sich von der großen christlichen Volkspartei Partido Popular (PP) enttäuscht abgewandt haben. (mehr…)

Sinn Féin im Aufwind

Gery Adams, Sinn Féin
Gery Adams, Präsident von Sinn Féin. Foto: flickr/David Trattnig (CC BY 2.0)

Die Linkspartei ist vor den Wahlen in Irland so stark wie nie. Florian Osuch, junge Welt, 23.02.2016
An diesem Freitag wird in Irland ein neues Parlament gewählt. Umfragen sagen einen deutlichen Zuwachs an Stimmen für die linksrepublikanische Sinn Féin voraus. Bei den letzten Parlamentswahlen im Februar 2011 kam sie auf 9,9 Prozent, nun kann die Partei mit einem doppelt so hohen Ergebnis rechnen. Das Handelsblatt schreibt bereits von griechischen Verhältnissen und spricht von »wenig erfreulichen Aussichten für Investoren«. Laut Prognosen kommt die rechtskonservative Fine Gael von Ministerpräsident Enda Kenny trotz Verlusten erneut auf den ersten Platz. (mehr…)