Archiv der Kategorie 'Katalonien'

Katalonien: Zeitung enttarnt Neonazis

Ultimo Bastion, Neonazis aus Sabadell, Katalonien, PPCC, Antifa
Neonazis vor einem Gericht in Barcelona
Foto: directa.cat

Journalisten der linken katalanischen Wochenzeitschrift Directa haben eine Gruppe Neonazis enttarnt, die seit mehreren Jahren unter dem Namen »Último Bastión« firmiert. Florian Osuch junge Welt 12.10.2016
Etwa 20 feste Mitglieder soll sie umfassen, die mutmaßlich führenden Köpfe werden auch namentlich genannt. Basis dieser »Letzten Bastion« ist laut Directa die Stadt Sabadell etwa 30 Kilometer nördlich von Barcelona. In der gesamten Region soll die Neonazitruppe über Jahre Gewaltakte verübt sowie Aufmärsche und Veranstaltungen organisiert haben. Rund 100 Strafverfahren hätten sich insgesamt gegen die einzelnen Neonazis angesammelt – die Haftstrafen summierten sich inzwischen auf Dutzende Jahre. (mehr…)

Rechte erinnern an Franco-Putsch

In der katalanischen Stadt Girona haben extreme Rechte an den Franco-Putsch in Spanien vor 80 Jahren erinnert. Florian Osuch junge Welt 27.07.2016
Nach Angaben der katalanischen Zeitung Directa hatte die »Acción Juvenil Española« (Jugendaktion Spanien, AJE) zu der Veranstaltung unter dem Titel »Gefallen für Gott und Spanien« eingeladen. Die AJE ist eng verbunden mit dem ultrakonservativen »Movimiento Católico Español« (Spanische katholische Bewegung). Das Treffen habe bereits am 18. Juli stattgefunden. Von Directa veröffentlichte Bilder zeigen führende Rechtsextremisten bei einem Gedenkrundgang auf einem städtischen Friedhof sowie bei einem gemeinsamen Essen in einem mit Bannern der faschistischen Partei »Falange« geschmückten Saal. Teilnehmer war laut Directa auch Javier Barraycoa, Professor der katholischen Privathochschule Universitat Abat Oliba, ein führender Rechtsextremist.

Neonazizentrum geschlossen

Demonstration gegen Neonazizentrum in Barcelona
Demonstration gegen Neonazizentrum in Barcelona

In der katalanischen Metropole Barcelona ist das von Neonazis betriebene Zentrum »Casal Tramuntana« am Sonnabend geschlossen worden. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
Das meldete das Nachrichtenportal Vilaweb. Die Rechten hätten Probleme mit dem Begleichen der Miete gehabt. Das Lokal im Stadtteil Clot war im Januar 2012 eröffnet worden. Es wurde von einem Verein betrieben, der den gleichen Namen trug. Die Neonazis wollten ein »soziales und nationales« Zentrum nach dem Vorbild des »Casa Pound« in Rom errichten. An der Entstehung des »Casal Tramuntana« wirkte unter anderem Alberto Sánchez mit, der für die rechtsextreme Partei »Plataforma per Catalunya« im Stadtparlament von L’Hospitalet nahe Barcelona sitzt. Gegen die Aktivitäten der Faschisten gab es Proteste der Anwohnerschaft und von antifaschistischen Initiativen. (mehr…)

Franco-Opfer exhumiert

Franco-Opfer exhumiert
Aufnahme einer Exhuminierung
in El Bierzo (León), Foto: ARMH

Auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca sind erstmals Überreste von drei Opfern des faschistischen Franco-Regimes exhumiert worden. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
Nach Angaben der Zeitung El Periódico wurden die Gebeine von drei Landwirten aus einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof von Sant Joan etwa 40 Kilometer östlich von Palma geborgen. Ein Expertenteam, dem auch Archäologen und Anthropologen angehören, hatte mehrere Tage nach den sterblichen Überresten gesucht. Es gebe keine Zweifel daran, daß es sich bei den Funden um die Knochen von drei Gewerkschaftern handele. Ein DNA-Abgleich soll die Skelette individuell zuordnen, um Angehörigen eine würdige Bestattung zu ermöglichen. (mehr…)

Barcelona: „Can Vies“ zurückerobert

Can Vies, Wiederaufbau, Barcelona
Wiederaufbau des Zentrums Can Vies in Barcelona, flickr/fotomovimiento (CC BY-NC-ND 2.0)

Aktivisten in Barcelona beginnen nach Teilabriß Wiederaufbau des besetzten Stadtteilzentrums. Schutt vorm Rathaus abgeladen. Gespräche mit Stadtverwaltung abgelehnt. Florian Osuch, junge Welt, 2.6.2014
In der katalanischen Metropole Barcelona hat der Streit um die Räumung des besetzen Kultur- und Politikzentrums »Can Vies« eine überraschende Wende genommen. Am Sonnabend begannen mehrere hundert Menschen mit dem Wiederaufbau des teilweise abgerissenen Gebäudes. Die Polizei griff nicht ein. Am späten Samstag abend zogen dann mehrere tausend Unterstützer von »Can Vies« durch die Innenstadt von Barcelona. Gegen 18 Uhr waren aus 6 Bezirken Demonstrationszüge gestartet, die sich auf dem Plaça Universitat zu einer Großdemonstration vereinigten. In der Nacht zu Sonntag kam es zu vereinzelten Ausschreitungen. (mehr…)

Repression im Zeichen der Krise

Todos somos Enric Duran - Stencil Granada
Stencil „Wir sind alle Enric Duran“
flickr/Diodoro (CC BY-NC-ND 2.0)

In Katalonien erhöht sich der Druck auf die sozialen Bewegungen und die Unabhängigkeitsbewegung. Florian Osuch, Sonderausgabe der Rote Hilfe, 18.3.2014
Spanien ist besonders stark von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Regelmäßig berichten deutsche Medien über Wirtschaftsmigration aus allen Teilen des spanischen Staates, Korruptionsskandale, zehntausende Zwangsräumungen und weiter steigende Arbeitslosigkeit. Über die vielfältigen Proteste, Platzbesetzungen, spontane und koordinierte Arbeitskämpfe sowie über Repression wird derweil meist nur in linken Medien informiert. (mehr…)

Ausweg oder Irrweg?

Katalonien, PPCC, mural
flickr/Leithal-music (CC BY-SA 2.0)

Katalonien strebt nach Autonomie – das sorgt für Spannungen mit der Zentralregierung in Madrid, Florian Osuch, analyse & kritik #576 vom 19.10.2012.
Spanien trifft die Wirtschaftskrise in Europa besonders hart. Die Arbeitslosigkeit ist auf fast 25 Prozent gestiegen, die der Jugendarbeitslosigkeit auf über 50 Prozent. Ein Kürzungspaket jagt das nächste. Die Regierung der postfranquistischen Volkspartei (PP) plant Einsparungen in Höhe von 105 Milliarden Euro. Nur so darf Madrid Geld aus dem europäischen Rettungsfond beantragen.

Nach den Massenprotesten und Platzbesetzungen im vergangenen Jahr finden soziale Kämpfe jetzt vorwiegend lokal statt. Schüler und Studierende protestieren gegen Kürzungen; Industriearbeiter wehren sich teils militant gegen die Vernichtung ihrer Arbeitsplätze; landesweit haben sich Komitees gegründet, um Zwangsräumungen zu verhindern. Für den Herbst ist ein weiterer Generalstreik geplant. (mehr…)

Überfall am frühen Morgen

Seit zwei Wochen protestieren Jung und Alt im ganzen Land gegen die Herrschenden. Polizei räumt Protestcamp in Barcelona. Besetzer erobern Platz zurück. Florian Osuch / André Scheer junge Welt 28.05.2011

In Barcelona hat die katalanische Polizei am Freitag vorübergehend die seit fast zwei Wochen von der Demokratiebewegung besetzte Plaça Catalunya geräumt. Auch ein Camp in der katalanischen Stadt Lleida wurde gewaltsam aufgelöst.
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Faschistischer „Studienzirkel“ in Spanien verboten

Manifestació contra la Llibreria EuropaDer „Círculo de Estudios Indoeuropeos“ publizierte Literatur, die den NS-Staat verherrlichte und deren Verbrechen rechtfertigte. Der Innenkreis des Zirkels bildete eine paramilitärische Geheimorganisation nach Vorbild der SS.

Florian Osuch in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 85: Winter 2009/2010.

In Spanien wurde eine neonazistische Vereinigung verboten und vier Männer wegen „Verbreitung von Rassenhass“ zu Gefängnisstrafen verurteilt. Ein Gericht sah es als erwiesen an, dass Führungspersonen des 1999 als Kulturvereinigung gegründeten „Circulo de Estudios Indoeuropeos“ (CEI) in Zeitschriften und Büchern den Holocaust gerechtfertigt und die Ideen des „Dritten Reiches“ verteidigt hätten.
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»Nicht zu jung, um zu kämpfen«

Josef EisenbauerMit 19 Jahren war der Wiener Josef Eisenbauer Interbrigadist in Spanien. Jetzt besuchte er Berlin
Florian Osuch Neues Deutschland 23.4.2009

Josef Eisenbauer kämpfte zwei Jahre bei den Internationalen Brigaden in Spanien. Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zum 70. Jahrestag des Kriegsendes besuchte er vorige Woche Berlin und erzählte aus seinem bewegten Leben. Noch mit 92 Jahren leitet Eisenbauer Mal- und Zeichenkurse in seiner Heimatstadt Wien.
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Francos Geist unter der Richterrobe

Spanischer Antimilitarist war zu Unrecht in Haft. Florian Osuch Neues Deutschland 27.2.2009

Nach einem abenteuerlichen Versuch, einen linken Aktivisten ins Gefängnis zu stecken, haben Anwälte Anzeige wegen Rechtsbeugung erstattet.
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Franco-Banner über dem Montjuïc

Neonaziaufmärsche zum Nationalfeiertag in Spanien. Verletzte bei Antifa-Demo
Florian Osuch junge Welt14.10.2008

In Spanien haben sich zum Nationalfeiertag am Sonntag mehr als eintausend Neonazis an Aufmärschen beteiligt. Der Schwerpunkt der diesjährigen Aktivitäten lag in der katalanischen Region, darunter in der Metropole Barcelona, und in Valencia. Seit Jahrzehnten zelebrieren spanische Nationalisten und Neonazis den »Tag der Hispanität«, der in kolonialistischer Tradition an die spanische Besetzung Lateinamerikas nach der Entdeckung des Kontinents durch Christopher Columbus im Jahr 1492 erinnert.
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Regelfall Folter

Zwei Verfahren gegen Polizisten in Barcelona. Florian Osuch junge Welt 18.12.2007

Heute beginnt in Barcelona der Prozeß gegen sieben spanische Polizisten wegen Folter und Körperverletzung. Darunter sind auch vier Beamte der »Brigada Provincial d’Informació« (BPI), einer polizeilichen Sondereinheit für politische Delikte in der Stadt.

Es geht um einen Fall vom 4. Oktober 2004, als drei junge Männer im Stadtteil Sants aufgegriffen wurden. Kurze Zeit zuvor waren Molotow-Cocktails auf eine Polizeiwache im gleichen Bezirk geworfen worden – als Reaktion auf die Räumung des besetzten Zentrums La Hamsa wenige Monate zuvor. Die Polizei hielt die jungen Männer für die Täter und überführte sie auf eine Wache. Nach Angaben der Festgenommenen wurden sie dort geschlagen und verletzt.
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Antifaschistin aus Barcelona verhaftet

MarinaWegen Unterstützung der baskischen Organisation ETA ist Ende November eine Antifaschistin aus Barcelona festgenommen worden. Florian Osuch junge Welt 06.12.2006

Die 37jährige Marina Bernadó wurde am 29. November zusammen mit zwei jungen Basken im französischen Dorf Quezac aufgegriffen. Bernadó war viele Jahre Aktivistin der antifaschistischen und sozialen Bewegung von Barcelona. Im Jahr 2001 kam es zu einer Repressionswelle gegen Hausbesetzer, Antifaschisten und die katalanische Unabhängigkeitsbewegung wegen Unterstützung der ETA. Zahlreiche Personen wurden festgenommen und zum Teil zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Marina Bernadó konnte sich damals der Festnahme entziehen.

Am Tag nach ihrer Verhaftung kam es in verschiedenen katalanischen Städten zu Solidaritätskundgebungen. In Barcelona versammelten sich rund 150 Personen vor der französischen Vertretung und forderten ein Ende der Repression gegen die baskische und katalanische Linke.

Zweiter Versuch in Rot-Grün

Fortführung der Linkskoalition in Katalonien trotz schwelenden Streits um die Unabhängigkeit des Landes.
Florian Osuch junge Welt 18.11.2006

Viel änderten die katalanischen Wahlen vom 2. November nicht im Vergleich zur Krise im Mai, als die Regierung auseinanderbrach. Nun formierte sich die alte Konstellation zu einer neuen Koalition, und die autonome Region im Nordosten Spaniens wird demnächst wieder von der bekannten Linkskoalition aus katalanische Sozialdemokraten (PSC), Republikanische Linke (ERC) sowie Grüne-Vereinigte Linke ICV-EUiA) regiert. Ministerpräsident wird der ehemalige Industrieminister Spaniens, José Montilla (PSC).
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