Archiv der Kategorie 'Antifa-BRD'

»Freundeskreis Thüringen« im Blick

Antifa LogoEine neue Broschüre informiert kritisch über den 2015 gegründeten rechten »Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen«. Florian Osuch, junge Welt, 31.08.2016
Neben einem detaillierten Überblick über die bisherigen Aktivitäten werden auch Strippenzieher und Hintermänner der rechten Truppe enttarnt. Der Zusammenschluss ist eine Plattform zur Vernetzung rechter und neonazistischer Gruppierungen in Südniedersachsen und Thüringen. Bekannte Neonazis wie der Multiaktivist Thorsten Heise mischen dort mit. (mehr…)

Messerangriff in Dortmund

Nazis in Dortmund
Unappetitlich: Nazis in Dortmund
Foto: B90/Grüne-NRW (CC BY-SA 2.0)

Vier Jahre nach dem Verbot einer Neonazikameradschaft häufen sich Überfälle auf Antifaschisten. Rechte und Hooligans planen Aufmärsche. Florian Osuch junge Welt 17.08.2016
Am Sonntag ist in Dortmund ein junger Antifaschist überfallen und verletzt worden. Drei Vermummte hätten dem 24jährigen im Westteil der Stadt aufgelauert. Die Angreifer seien maskiert aus einem Auto gestiegen und hätten auf den Mann eingeschlagen, ein Täter soll mit einem Messer zweimal zugestochen haben. Trotz Stichverletzungen im Bauchbereich und Prellungen im Gesicht konnte der Angegriffene flüchten. Nach einer Erstversorgung im Krankenhaus habe er Anzeige bei der Polizei erstattet. Dies meldete das Bündnis »Dortmund stellt sich quer« am Montag. (mehr…)

Thor Steinar mit Millionenumsatz

Thor Steinar, Antifa
Laden von Thor Steinar nach einer Farbattacke. Foto: flickr/David Trattnig (CC BY-NC-SA 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz, Florian Osuch und Moritz Eleuk in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 109: Winter 2015/16
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis weiterhin beliebte Modemarke Thor Steinar und erwirtschaftet sechsstellige Gewinne. In Deutschland gibt es in ein Dutzend Städten eigene Geschäfte, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen musste. Der in Rostock ansässige Laden „Haugesund“ muss ebenfalls bis Ende des Jahres ausziehen. 

Der Trend geht jedoch nach Osteuropa. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Läden und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Moskau, Prag, Rom, Sankt Petersburg und Split. (mehr…)

»Germanenabend« mit Pirinçci

Akif Pirinçci
Akif Pirinçci, Wikipedia (CC-BY-SA-2.0)

Rechter Krawallautor soll bei Burschenschaft in Hamburg über »Verschwulung« referieren. Florian Osuch junge Welt 25.11.2015
Die rechte »Hamburger Burschenschaft Germania« organisiert für den 5. Dezember eine Lesung mit dem Autor Akif Pirinçci. In einer über »soziale Netzwerke« verbreiteten Ankündigung heißt es, man sei gespannt auf »seine knackigen Worte und ›blumigen‹ und treffsicheren Beschreibungen dieser verkorksten Republik«. Auf der als »Germanenabend« betitelten Veranstaltung werde Pirinçci aus seinem Buch »Die große Verschwulung« vorlesen. Darin kämpfe der Autor »gegen die Verweichlichung der Männer, das Elend der Gleichmacherei und die Ideologen der grausamen Gender-Propaganda«, so jedenfalls steht’s in einem PR-Text des Verlags. (mehr…)

Rezension: Wutbürger im Blick

Antifa Infoblatt, Herbst 2015Neue Ausgabe des Antifa Infoblatts analysiert rassistische Stimmungsmache und autonome Fehler. Florian Osuch, junge Welt, 28.10.2015
Die Herbstausgabe der Quartalszeitschrift Antifa Infoblatt hat zwei Schwerpunkte. Zunächst werden aktuelle rassistische Mobilisierungen von Pegida, Alternative für Deutschland (AfD) und anderen Gruppen analysiert. Die mehrtägigen Ausschreitungen von Neonazis in Heidenau (Sachsen) und die bundesweite Serie von Brandanschlägen auf zumeist bezugsfertige Flüchtlingsunterkünfte erinnern viele Antifaschisten an die Pogrome in Hoyerswerda (1991), Mannheim-Schönau (1992) oder vor dem »Sonnenblumenhaus« in Rostock-Lichtenhagen (1992). (mehr…)

Bombenabwurf an der Müritz

Gedenken im ehemaligen KZ Ravensbrück
Monument im KZ Ravensbrück
flickr/Jeremy Keith (CC BY 2.0)

Historische Kriegsvorbereitungen: Die Erprobungsstelle Rechlin und das vergessene KZ Retzow. Florian Osuch junge Welt 2.9.2015
Die Mecklenburgische Seenplatte ist wegen ihrer mehr als eintausend Seen überregional bekannt. Nahe Rechlin an der Müritz im Süden Mecklenburg-Vorpommerns findet auf einem Teil des Flugplatzes Lärz jeden Sommer das Musikfestival »Fusion« statt. Weitgehend vergessen ist, dass sich in diesem Gebiet während des Faschismus die zentrale Erprobungsstelle für Kriegsflugzeuge befand. Dort wurden Kampfflugzeuge, deren Ausrüstung und Waffen getestet. Man unterhielt mit dem KZ Retzow ein eigenes Lager, dessen Häftlinge Zwangsarbeit auch auf dem Flugplatz Lärz verrichteten. (mehr…)

Rezension: Antifa hieß Angriff

Buch Unrast Verlag Antifa heißt AngriffSie fackelten Autos ab und überfielen Neonazis: Ehemals militante Antifaschisten aus der BRD der 1980er Jahre berichten. Florian Osuch, junge Welt, 12.8.2015
Seit etwa zwei Jahren befindet sich die antifaschistische Bewegung in Deutschland in einer Krise. Bedeutsame Gruppierungen haben sich aufgelöst, bundesweite Großmobilisierungen liegen bereits länger zurück. Gleichzeitig wird über die Zukunft antifaschistischer Politik und über Strategien gegen Pegida, AfD oder NPD debattiert. Es erscheinen Bücher über die Bewegung oder die Geschichte der Antifaschistischen Aktion. Der Unrast-Verlag hat jetzt ein Buch herausgebracht, das sich mit dem militanten Antifaschismus der 1980er Jahre in der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt. (mehr…)

Posten, Bomben, Esoterik

Antifa Infoblatt Rezension Ausgabe 107Antifa Infoblatt über AfD-Parteiarbeit, »politische Soldaten« und »Germanische Neue Medizin«. Florian Osuch, junge Welt, 8.7.2015
Die Sommerausgabe des Antifa Infoblatts befasst sich schwerpunktmässig mit der »Alternative für Deutschland«, die nach der Entmachtung ihres bisherigen Chefs Bernd Lucke ins rechtsextreme Lager abzudriften droht. Der Versuch, sie als gemäßigte Rechtspartei zu etablieren, scheint vorerst gescheitert. Obwohl das Heft schon vor der Entscheidung für Frauke Petry als neue Parteichefin gedruckt war, sind die Hintergrundartikel zur Arbeit der Partei in Landtagen und kommunalen Gremien oder zum Antifeminismus der AfD nach wie vor aktuell. (mehr…)

»Die Rechte«: Neues aus der Hochburg

Dortmund stellt sich quer
Foto: Dortmund stellt sich quer

Hetze gegen Flüchtlinge, während Dortmund der Opfer eines neofaschistischen Polizistenmörders gedenkt. Florian Osuch, junge Welt, 17.6.2015
Die rechte Szene in Dortmund kann nach einem Verbot bedeutsamer Kameradschaften heute als weitgehend wiederhergestellt bezeichnet werden. Am 23. August 2012 war der »Nationale Widerstand« sowie Neonazigruppen in Hamm und Aachen vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) verboten worden. Die Stadt gilt nach wie vor als rechte Hochburg in Westdeutschland. Hier gründeten Neonazis inzwischen die Partei »Die Rechte«, die nun in Bezirksvertretungen und im Stadtparlament vertreten ist. (mehr…)

»Thor Steinar« in Fernost

Thor Steinar: Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz
Ehemaliger Thor-Steinar-Laden in Berlin
Foto: flickr/La Laetti (CC BY-NC 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz: Bei Neonazis beliebte Modemarke expandiert fleißig. Florian Osuch, junge Welt, 10.6.2015
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis beliebte Modemarke »Thor Steinar«. Erwirtschaftet werden sechsstellige Erträge. In einem Dutzend deutscher Städte gibt es eigene Läden, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen muss. Der Trend geht allerdings nach Osteuropa und Russland. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Geschäfte. Und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Prag, Rom und Sankt Petersburg – insgesamt 35. Geschäfte in Österreich, Polen und Spanien wurden inzwischen aufgegeben. (mehr…)

Rezension: Antimuslimischer Rassismus

Antimuslimischer Rassismus, Buch von Inva KuhnAbgrenzung nach außen und Identitätsstiftung nach innen. Florian Osuch, junge Welt, 11.5.2015
Die Politologin Inva Kuhn hat einen schmalen Band zu antimuslimischem Rassismus vorgelegt. Auf 110 Seiten skizziert sie Merkmale und Funktion dieser besonderen Spielart des Fremdenhasses. Sie stellt die rassistische »Pegida«-Bewegung in diesen Zusammenhang und skizziert Hinweise für Gegenstrategien.

Nach Auffassung der Autorin herrsche in der Bundesrepublik wie in anderen europäischen Ländern »ein regelrechter Kampf um die Meinungshoheit«. Wie sehr in der Öffentlichkeit um Positionen gerungen wird, war unter anderem an der Äußerung von Exbundespräsident Christian Wulff vom 3. Oktober 2010 zu sehen, als er den Islam als »Teil Deutschlands« bezeichnete. Ein Satz, von dem sich Wulffs Nachfolger, der ehemalige Pastor Joachim Gauck, distanzierte. (mehr…)

Rezension: Kein ostdeutsches Problem

Antimuslimischer Rassismus, Buch von Inva KuhnMobilisierungen gegen Flüchtlinge: Hintergründe und Gegenstrategien von der Amadeu-Antonio-Stiftung. Florian Osuch, junge Welt, 29.4.2015
Rassistische Stimmungsmache gegen Flüchtlinge führt seit einigen Jahren wieder vermehrt zu harten Auseinandersetzungen um Unterkünfte für Asylsuchende. Es gibt Aufmärsche, vielfach durch Neonazis angeheizte Bürgerversammlungen und auch Anschläge gegen die oft bezugsfertigen Liegenschaften. Ende März brannte in Tröglitz (Sachsen-Anhalt) der Dachstuhl eines Gebäudes, in dem Flüchtlinge unterkommen sollten. Ähnlich rassistisch motivierte Brandanschläge auf Gebäude für Asylsuchende gab es unter anderem im März im oberbayerischen Hepberg und in Escheburg bei Hamburg sowie im Dezember im fränkischen Vorra. (mehr…)

Kurzrezension: »Lebensschützer«

Deutschland treibt sich ab. Organisierter Lebensschutz, Christlicher Fundamentalismus, AntifeminismusKleiner Band zu organisiertem »Lebensschutz«, christlichem Fundamentalismus und Antifeminismus. Florian Osuch, analyse & kritik, 15.3.2015
Im Sommer 2014 zogen Anhänger_innen der sogenannten »Lebensschutz«-Bewegung durch Berlin. Ihr »Marsch für das Leben« wurde gestört von Feministinnen und anderen Linken. Jetzt gibt es ein Buch über diese Ein-Punkt-Bewegung, die ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen fordert. Evangelikale Organisationen nehmen innerhalb der »Lebensschutz«-Bewegung eine herausragende Rolle« ein. (mehr…)

Antifaschistisches Bildungsprogramm

Antifaschistische Erholungs- und Bildungsstätte Heideruh Die antifaschistische Erholungs- und Bildungsstätte Heideruh in Nordniedersachsen hat ihr Jahresprogramm 2015 vorgelegt. Florian Osuch, junge Welt, 11.3.2015
Ein erster Höhepunkt ist die Antifaschistische Nordkonferenz am 21. März, die unter anderem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert wird. Der Trägerverein Heideruh e.V. bietet eigene Seminare, Workshops und Kulturveranstaltungen an, darunter erstmals zwei Tagungen, die in Berlin, Hamburg und Niedersachsen als Bildungsurlaub anerkannt und somit steuerlich absetzbar sind. Eine im April über die Verfolgung von Schwulen und Lesben durch alte und neue Nazis sowie eine im Juni zum Thema Transphobie und Antifaschismus. Im August findet zum fünften Mal ein antifaschistisches Jugendcamp statt. Neben politischer Bildung zu Themen wie Neonazismus, Patriarchat, Gedenkkultur oder internationaler Antifaarbeit steht auch eine Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano auf dem Programm. (mehr…)

Rechtspopulismus

Broschüre zur Alternative für Deutschland, Bürgerschaftswahl Hamburg 2015Kurz vor der Hamburger Bürgerschaftswahl sagten Umfragen einen weiteren Erfolg der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) voraus. Florian Osuch, analyse & kritik, 15.1.2015
Im vorigen Jahr konnte die Truppe um den Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke in die Landtage von Thüringen (10,6 Prozent der Stimmen), Sachsen (9,7 Prozent) und Brandenburg (12,2 Prozent) sowie ins Europäische Parlament (7,1 Prozent) einziehen. Das Hamburger Bündnis gegen Rechts hat in einer Broschüre zur AfD 15 Artikel zusammengetragen. (mehr…)