Archiv für Juni 2015

»Die Rechte«: Neues aus der Hochburg

Dortmund stellt sich quer
Foto: Dortmund stellt sich quer

Hetze gegen Flüchtlinge, während Dortmund der Opfer eines neofaschistischen Polizistenmörders gedenkt. Florian Osuch, junge Welt, 17.6.2015
Die rechte Szene in Dortmund kann nach einem Verbot bedeutsamer Kameradschaften heute als weitgehend wiederhergestellt bezeichnet werden. Am 23. August 2012 war der »Nationale Widerstand« sowie Neonazigruppen in Hamm und Aachen vom nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) verboten worden. Die Stadt gilt nach wie vor als rechte Hochburg in Westdeutschland. Hier gründeten Neonazis inzwischen die Partei »Die Rechte«, die nun in Bezirksvertretungen und im Stadtparlament vertreten ist. (mehr…)

»Thor Steinar« in Fernost

Thor Steinar: Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz
Ehemaliger Thor-Steinar-Laden in Berlin
Foto: flickr/La Laetti (CC BY-NC 2.0)

Vom Kleinunternehmen aus Brandenburg zum internationalen Firmennetz: Bei Neonazis beliebte Modemarke expandiert fleißig. Florian Osuch, junge Welt, 10.6.2015
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt expandiert die bei Neonazis beliebte Modemarke »Thor Steinar«. Erwirtschaftet werden sechsstellige Erträge. In einem Dutzend deutscher Städte gibt es eigene Läden, wobei die Filiale in Hannover im Juli schließen muss. Der Trend geht allerdings nach Osteuropa und Russland. Allein in der Millionenmetropole Moskau gibt es 13 eigene Thor-Steinar-Geschäfte. Und selbst im fernöstlichen Kamtschatka hat die brandenburgische Firma einen Shop eröffnet. Weitere Läden gibt es unter anderem in Bratislava, Helsinki, Kiew, London, Prag, Rom und Sankt Petersburg – insgesamt 35. Geschäfte in Österreich, Polen und Spanien wurden inzwischen aufgegeben. (mehr…)

Sexkauf unter Strafe

Sex Workers Alliance IrelandNeues Gesetz in Nordirland: Kunden von Prostituierten müssen mit Haft und Geldbußen rechnen. Hurenorganisationen fürchten mehr Unsicherheit im Gewerbe. Florian Osuch junge Welt 5.6.2015
Seit dem 1. Juni wird in Nordirland mit Gefängnis von bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafen von bis zu 1.000 Pfund bestraft, wer für sexuelle Dienstleistungen bezahlt. Frauen und Männer, die im Gewerbe tätig sind, befürchten in der Folge eine weitere Stigmatisierung. Kate McGrew von der gesamtirischen »Sex Workers Alliance Ireland« (SWAI) sagte der Irish Times, mit der Neuregelung würden die Rechte von Sexarbeiterinnen eingeschränkt. So sei es schwieriger, mit Freiern etwa über gerechte Bezahlung oder die Verwendung von Kondomen zu verhandeln. Die 36jährige sieht sogar das Leben ihrer Kolleginnen und Kollegen gefährdet. Die SWAI vertritt Sexarbeiter in der Republik Irland und im zu Großbritannien gehörenden Norden der Insel. In England, Schottland und Wales gibt es derartige Regelungen bislang nicht. (mehr…)