Antifaschistisches Bildungsprogramm

Antifaschistische Erholungs- und Bildungsstätte Heideruh Die antifaschistische Erholungs- und Bildungsstätte Heideruh in Nordniedersachsen hat ihr Jahresprogramm 2015 vorgelegt. Florian Osuch, junge Welt, 11.3.2015
Ein erster Höhepunkt ist die Antifaschistische Nordkonferenz am 21. März, die unter anderem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert wird. Der Trägerverein Heideruh e.V. bietet eigene Seminare, Workshops und Kulturveranstaltungen an, darunter erstmals zwei Tagungen, die in Berlin, Hamburg und Niedersachsen als Bildungsurlaub anerkannt und somit steuerlich absetzbar sind. Eine im April über die Verfolgung von Schwulen und Lesben durch alte und neue Nazis sowie eine im Juni zum Thema Transphobie und Antifaschismus. Im August findet zum fünften Mal ein antifaschistisches Jugendcamp statt. Neben politischer Bildung zu Themen wie Neonazismus, Patriarchat, Gedenkkultur oder internationaler Antifaarbeit steht auch eine Begegnung mit der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano auf dem Programm.

Neben dem Angebot auf dem Areal der Bildungsstätte in Buchholz in der Nordheide, etwa 20 Kilometer südlich von Hamburg, organisiert der Heideruh e.V. auch Kurzurlaube und Bildungsreisen in der Region. Beispielsweise einen einwöchigen Aufenthalt in Hamburg vom 3. bis 10. Mai 2015 anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus. Geplant ist unter anderem ein Besuch des KZ Neuengamme und der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte sowie die Teilnahme an Gedenkfeiern. Andere Kurzurlaube sind die Friedenstage zu Ostern (2. bis 7. April 2015) und die antifaschistischen Hafentage in Hamburg (29. bis 31. Mai 2015). Darüber hinaus gibt es geführte Wanderungen in die Lüneburger Heide sowie Veranstaltungen in der Umgebung von Buchholz, bei denen zumeist das Gedenken an die Opfer des Faschismus im Vordergrund steht.

Ganz unabhängig von den Seminaren steht das Wohn- und Ferienheim in Buchholz Gästen für Erholungsurlaube zur Verfügung. Die Bildungsstätte Heideruh wurde 1945 von Antifaschisten gegründet und diente zunächst den Überlebenden der Konzentrationslager und Angehörigen des antifaschistischen Widerstands als Erholungsstätte. Sie schufen sich ein Heim, in dem sie »Kraft schöpfen können für ihre Arbeit für eine gerechtere Gesellschaft«, wie es in einer Selbstvorstellung heißt. An dieser Ausrichtung habe sich »bis heute nichts geändert«.

Informationen zum Bildungsprogramm unter: www.heideruh.de