Archiv für Juni 2014

Gedenkschrift für Willi Bredel

Gedenkschrift für Willi BredelDie Hamburger Willi-Bredel-Gesellschaft hat anläßlich des 50. Todestags des Schriftstellers und Namensgebers ihrer Geschichtswerkstatt am 27. Oktober ein Gedenkheft herausgegeben. Florian Osuch, junge Welt, 30.6.2014
Willi Bredel (1901–1964), einer Arbeiterfamilie entstammend, schloß sich früh dem Spartakusbund und der KPD an. Für seine Teilnahme am Hamburger Aufstand 1923 wurde er zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Bereits im März 1933 verhafteten ihn die Nazis und brachten ihn ins KZ Fuhlsbüttel. Ihm gelang die Flucht über Moskau nach London, wo er mit Bertolt Brecht und Lion Feuchtwanger in der Redaktion der Exilzeitschrift „Das Wort“ arbeitete. (mehr…)

Neonazizentrum geschlossen

Demonstration gegen Neonazizentrum in Barcelona
Demonstration gegen Neonazizentrum in Barcelona

In der katalanischen Metropole Barcelona ist das von Neonazis betriebene Zentrum »Casal Tramuntana« am Sonnabend geschlossen worden. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
Das meldete das Nachrichtenportal Vilaweb. Die Rechten hätten Probleme mit dem Begleichen der Miete gehabt. Das Lokal im Stadtteil Clot war im Januar 2012 eröffnet worden. Es wurde von einem Verein betrieben, der den gleichen Namen trug. Die Neonazis wollten ein »soziales und nationales« Zentrum nach dem Vorbild des »Casa Pound« in Rom errichten. An der Entstehung des »Casal Tramuntana« wirkte unter anderem Alberto Sánchez mit, der für die rechtsextreme Partei »Plataforma per Catalunya« im Stadtparlament von L’Hospitalet nahe Barcelona sitzt. Gegen die Aktivitäten der Faschisten gab es Proteste der Anwohnerschaft und von antifaschistischen Initiativen. (mehr…)

Heft des BdWi: Geistige Brandstifter

BdWi – Wissenschaft von RechtsHeft zu rechter Ideologie sowie zu Theorie und Netzwerken an Hochschulen. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
In der Bundesrepublik wird im Zusammenhang von Rechtsextremismus und Faschismus zumeist von der NPD und ähnlichen Organisationen gesprochen. Rassistische Einstellungen sind jedoch in großen Teilen der bürgerlichen Mitte vertreten. Nationalistische Stimmungsmache, rassistische Ausfälle oder schwulenfeindliche Hetze gibt es immer wieder auch bei Anhängern der CDU oder SPD und sind ein Nährboden für Faschismus. (mehr…)

Franco-Opfer exhumiert

Franco-Opfer exhumiert
Aufnahme einer Exhuminierung
in El Bierzo (León), Foto: ARMH

Auf der spanischen Mittelmeerinsel Mallorca sind erstmals Überreste von drei Opfern des faschistischen Franco-Regimes exhumiert worden. Florian Osuch, junge Welt, 25.6.2014
Nach Angaben der Zeitung El Periódico wurden die Gebeine von drei Landwirten aus einem Gemeinschaftsgrab auf dem Friedhof von Sant Joan etwa 40 Kilometer östlich von Palma geborgen. Ein Expertenteam, dem auch Archäologen und Anthropologen angehören, hatte mehrere Tage nach den sterblichen Überresten gesucht. Es gebe keine Zweifel daran, daß es sich bei den Funden um die Knochen von drei Gewerkschaftern handele. Ein DNA-Abgleich soll die Skelette individuell zuordnen, um Angehörigen eine würdige Bestattung zu ermöglichen. (mehr…)

Gedenken an Halim Dener

Gedenkdemonstration für Halim Dener, Hannover 2014
Demonstration in Hannover (21.6.2014), Foto: »Kampagne Halim Dener«

Kurdischer Jugendlicher vor 20 Jahren in Hannover von Polizisten erschossen. Florian Osuch, junge Welt, 23.6.2014
In Hannover gedachten am Samstag rund 1.000 Menschen Halim Deners. Der kurdische Jugendliche war vor 20 Jahren in der niedersächsischen Landeshauptstadt von einem Polizisten erschossen worden, nachdem er beim Anbringen von Plakaten der Kurdischen Arbeiterpartei (PKK) ertappt worden war.
Die Polizei war mit einem Großaufgebot von Beamten, einer Reiterstaffel und mehreren Wasserwerfern vor Ort. Aufgerufen zur Demonstration hatte die »Kampagne Halim Dener«, unterstützt von kurdischen Vereinen, Antifa­gruppen, der DKP und Basisorganisationen der Linkspartei sowie linken türkischen Organisationen. (mehr…)

Antifa auf den Spuren der DDR-Geschichte

Veranstaltung mit Zeitzeugen in Fürth. Florian Osuch, junge Welt, 18.6.2014
Weit mehr als 20 Jahre nach dem Ende der DDR beginnen sich langsam Antifa­gruppen für das sozialistische Experiment zu interessieren. In Berlin lautete der Titel einer Veranstaltung »Die radikale Linke und der Realsozialismus« – junge Aktivisten debattierten mit einem ehemaligen Oberst der NVA, der westdeutschen Militanten Inge Viett von der »Bewegung 2. Juni« (sie war vor Verfolgung in der BRD ins sozialistische Exil gegangen) und einem ehemaligen linken DDR-Oppositionellen. (mehr…)

Trauer um Antifaschistin

Trauer um Antifaschistin Alexandra KissTod einer jungen Aktivistin in Stuttgart. Florian Osuch, junge Welt, 18.6.2014
Aktive des »Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen« und der Zeitschrift Gefangenen Info trauern um eine Genossin. Laut einer Mitteilung hat sich deren ehemaliges Mitglied Alexandra Kiss Anfang Juni das Leben genommen. In einem Nachruf heißt es, die in Budapest geborene Studentin litt seit mehreren Jahren unter einer psychischen Erkrankung. Vor einem Jahr war die 29jährige zusammen mit acht Mitstreitern betroffen von einem Repressionsschlag, der sich gegen vermeintliche Mitglieder einer militanten Gruppierung und der im Untergrund hergestellten Zeitschrift radikal gerichtet hatte. (mehr…)

Barcelona: „Can Vies“ zurückerobert

Can Vies, Wiederaufbau, Barcelona
Wiederaufbau des Zentrums Can Vies in Barcelona, flickr/fotomovimiento (CC BY-NC-ND 2.0)

Aktivisten in Barcelona beginnen nach Teilabriß Wiederaufbau des besetzten Stadtteilzentrums. Schutt vorm Rathaus abgeladen. Gespräche mit Stadtverwaltung abgelehnt. Florian Osuch, junge Welt, 2.6.2014
In der katalanischen Metropole Barcelona hat der Streit um die Räumung des besetzen Kultur- und Politikzentrums »Can Vies« eine überraschende Wende genommen. Am Sonnabend begannen mehrere hundert Menschen mit dem Wiederaufbau des teilweise abgerissenen Gebäudes. Die Polizei griff nicht ein. Am späten Samstag abend zogen dann mehrere tausend Unterstützer von »Can Vies« durch die Innenstadt von Barcelona. Gegen 18 Uhr waren aus 6 Bezirken Demonstrationszüge gestartet, die sich auf dem Plaça Universitat zu einer Großdemonstration vereinigten. In der Nacht zu Sonntag kam es zu vereinzelten Ausschreitungen. (mehr…)

Feminismus in historischer Perspektive

Buch: Feminismus in historischer PerspektiveStudierende der Universität Köln haben einen Sammelband zum Thema Feminismus in zeithistorischer Perspektive herausgebracht. Florian Osuch, junge Welt, 2.6.2014
Die 23 Männer und Frauen hatten an einem gleichnamigen Hochschulseminar teilgenommen, und daraus entstand ein über 400 Seiten starkes Werk. In zwölf Beiträgen werden ganz unterschiedliche Facetten des Feminismus beleuchtet: von Abolitionistinnen in den USA des 19. Jahrhunderts über Esoterik in der Frauenbewegung bis zur aktuellen Auseinandersetzung mit Pornographie und »Riot Grrrls«. (mehr…)