Reisebericht Kurdistan

Bericht einer Delegation nach KurdistanDie Feierlichkeiten zum kurdischen Neujahrsfest am 21. März waren stets ein Symbol für den Kampf um Freiheit in Kurdistan. Florian Osuch, junge Welt, 17.3.2014
Allein nach Amed (türkisch Diyarbakir) kamen im vorigen Jahr bis zu zwei Millionen Menschen, darunter junge Leute in einer Delegation aus Deutschland. Zehn Tage war die Gruppe auf Einladung des kurdischen Studierendenverbandes YXK in Nordkurdistan/Türkei unterwegs. Aus den Erfahrungen und Begegnungen ist eine Dokumentation mit Reiseberichten, Interviews, Bilderserien und Hintergrundreportagen entstanden.

Die Delegation legte insgesamt rund 1300 Kilometer zurück. In einer Rundtour ging es von Amed ins Grenzgebiet von Türkei, Iran und Irak unter anderem nach Roboski. In dem Ort kamen im Dezember 2011 bei einem Massaker der türkischen Armee 34 Menschen ums Leben. In Colemerg halfen die Delegationsteilnehmer beim Verladen von Hilfsgütern, die für Westkurdistan/Syrien bestimmt waren. Die Reisegruppe wollte die kurdische Freiheitsbewegung kennenlernen und gleichzeitig mögliche Repressionen gegen die Newroz-Feiern dokumentieren. Die Situation war angespannt. Einerseits hatte die türkische Regierung wenige Wochen zuvor verkündet, Gespräche mit dem inhaftierten Kurdenführer Abdullah Öcalan zu führen. Andererseits waren im Januar 2013 drei kurdische Aktivistinnen in Paris ermordet worden.

Unterstützt wurde die Delegation unter anderem von der Linkspartei im Europaparlament. Besonders lesenswert sind das Interview mit der kurdischen Parlamentsabgeordneten Emine Ayna (»Die kurdische Freiheitsbewegung ist eine Klassenbewegung«), Berichte zu alternativen Bildungsangeboten und zur Bewegung von Schwulen und Lesben in Kurdistan.

Die kurdische Bewegung im Kampf um Selbstbestimmung. Erfahrungsbericht einer Delegationsreise. Kurdischer Studierendenverband YXK, Frankfurt am Main 2013, 92 Seiten. Bezug: E-Mail: info@yxkonline.de