Archiv für Januar 2014

Veranstaltungsreihe in Süddeutschland

Der Schmale Grad. Widerstand im KZ Buchenwald. Vortrag Bernd Langer

Bernd Langer zu Widerstand im KZ-Buchenwald und zur Entstehung der autonomen Antifabewegung. Florian Osuch, junge Welt, 29.1.2014
Der langjährige Antifaaktivist, Künstler und Autor Bernd Langer ist derzeit mit zwei Veranstaltungen in Süddeutschland unterwegs. Der Mittsechziger, ehemals aktiv in der autonomen Szene in Südniedersachsen, geht auf zwei ganz unterschiedliche Themen ein, die ihn seit vielen Jahren begleiten: Der Widerstand im KZ Buchenwald sowie die Entstehung der autonomen Antifabewegung. (mehr…)

Maulwurf als Anheizer

Aktivisten der Tierrechtsszene in Norddeutschland enttarnen V-Mann der Polizei. Florian Osuch, junge Welt, 28.1.2014
Aktivisten der niedersächsischen Tierrechtsszene haben einen Polizeispitzel in den eigenen Reihen enttarnt. Nach mehrwöchiger Recherche wurde am Sonntag ein entsprechender Bericht einer Kampagnengruppe veröffentlicht, die sich gegen einen Großschlachthof in Wietze bei Celle engagiert. Detailliert wird dargelegt, wie sich der Mitvierziger – im Bericht als Ralf Gross bezeichnet – seit Frühjahr 2012 das Vertrauen der Braunschweiger Aktivisten erschlichen hatte. Doch nicht nur für die Tierschützer soll sich Gross interessiert haben. Auch lokale Antifa-Strukturen, Antirepressionsgruppen und die Bewegung zur Waldbesetzung im Hambacher Forst bei Köln soll er ausgespäht haben. (mehr…)

Neue rechte Allianz in Spanien

Faschisten in Barcelona, 12.10.2013
Faschisten am 12.10.2013 in Barcelona, Foto: flickr/Victor Serri (CC BY-NC-ND 2.0)

Mehrere faschistische Gruppierungen haben sich verbündet.
Familiäre Verbindungen bis in die etablierte Politik. Florian Osuch, Antifaschistische Nachrichten, Nr. 2/2013, 23.1.2014

Die extreme Rechte in Spanien gilt als stark zersplittert. Ein dutzend Organisationen und Parteien tummeln sich rechts von der konservativen Volkspartei Partido Popular (PP). Nun haben sich mehrere Gruppierungen zur Allianz „España en marcha“ (Spanien in Bewegung bzw. Spanien marschiert) zusammengeschlossen. Es sind Gruppierungen wie Democracia Nacional (Nationale Demokratie), La Falange, Movimiento Católico Español (Spanische katholische Bewegung), Alianza Nacional (Nationalen Allianz, AN) sowie Nudo Patriota Español (Patriotischer spanischer Kern). (mehr…)

Ausstellung über Kurt Julius Goldstein

Ausstellung über Kurt Julius Goldstein
Kurt Julius Goldstein
wikipedia/Kuweliba (CC-BY-SA-2.0)

In der Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin ist ab heute die Ausstellung »Deutscher. Jude. Kommunist … vom Leben und Überleben des Kurt Julius Goldstein« zu sehen. Florian Osuch, junge Welt, 23.1.2014
An den Widerstandskämpfer wird anläßlich des 69. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz erinnert. Goldstein gehörte dem Kommunistischen Jugendverband und der KPD an. Wenige Woche nach der Machtübertragung an die Nazis floh er nach Frankreich. Ab November 1936 kämpfte er in Spanien gegen die Faschisten. Der Demobilisierung der Interbrigadisten folgte seine Odyssee durch die Konzentra­tionslager. Er überlebte das Vernichtungslager Auschwitz und einen Todesmarsch. (mehr…)

Akademische Rechte im Blick

Verantaltungsreihe zur Neuen Rechten an der Uni-Hamburg

Veranstaltungen an der Uni-Hamburg zu Burschenschaften und »Die Identitären«. Florian Osuch, junge Welt, 22.1.2014
Nach Angaben von aktiven Studierenden der Universität Hamburg treten seit dem vergangenen Semester verstärkt studentische Verbindungen auf dem Campus auf. Die »Burschenschaft Germania Hamburg« habe revisionistische Plakate geklebt und im Sommer gegen die Bleiberechtsforderung der Gruppe »Lampedusa in Hamburg« gehetzt. Die Rechten sollen auch »mit scheinbar unverbindlichen Wohnangeboten für ihre Verbindung werben«, heißt von Antifaschisten. Regelmäßig sind Burschenschaften mit ihren Mützen und Schärpen auch auf dem Universitätsgelände zu sehen. An der Uni Hamburg wird nun über die Machenschaften der Burschenschaften und der »Neuen Rechten« informiert. (mehr…)

Antifa in Spanien

KZ Sachsenhausen
Faschisten am 12.10.2013 in Barcelona
Foto: flickr/Victor Serri (CC BY-NC-ND 2.0)

Zwischen Aufarbeitung des Franco-Faschismus und Neonazigewalt, Florian Osuch in der Zeitschrift Antifaschistisches Infoblatt (AIB) Nummer 101: Winter 2013/14
Jeden Herbst mobilisieren die antifaschistischen Bewegungen in Spanien gegen Versammlungen von Neonazis und Altfaschisten. Sowohl zum 12. Oktober, in Erinnerung an die Landung von Christoph Columbus in Lateinamerika, als auch am 20. November, dem Todestag Francisco Francos und Primo de Riveras, sammeln sich Rechte verschiedenster Couleur.

In Barcelona veranstaltete in diesem Jahr das Bündnis Plataforma Antifeixista zusammen mit Migran­t_innenverbänden eine Kundgebung. Schwerpunkt war allerdings ein internationaler Antifa-Kongress am Vorabend des 12. Oktober 2013. Neben Vertreter_innen antifaschistischer Gruppen aus Spanien waren Gäste aus Italien und Russland sowie Aktive aus Deutschland von der Antifaschistischen Linken Berlin und dem Antifaschistischen Infoblatt anwesend. Die Teilnehmenden debattierten über antifaschistische Strategien, Erinnerungspolitik, Bündnisarbeit und antifaschistische Selbsthilfe. (mehr…)

Rote Flora vor Abriß gesichert

Gefahrengebiet Hamburg
flickr/towade (CC BY-NC-SA 2.0)

6000 Menschen demonstrierten in Hamburg im ehemaligem »Gefahrengebiet«. Florian Osuch, junge Welt, 20.1.2014
Am Sonnabend haben sich in Hamburg bis zu 6000 Menschen an einer Demonstration unter dem Motto »Recht auf Stadt« beteiligt. Die Polizei war mit einem großen Aufgebot von mehreren tausend Beamten im Einsatz, darunter auch mit Wasserwerfern, Räumfahrzeugen und einer Reiterstaffel.

Der Protestzug war bunt und friedlich. Im Fokus der Kritik stand die Ausweisung von »Gefahrengebieten«. Zwischen dem 3. und 13. Januar hatte sich die Polizei in den Bezirken Altona, St. Pauli und Sternschanze selbst ermächtigt, verdachtsunabhängige Kontrollen durchzuführen und Platzverweise und Aufenthaltsverbote auszusprechen. Die Demonstration führte daher quer durch das ehemalige »Gefahrengebiet«, vorbei am besetzten Zentrum Rote Flora bis zu den »Esso-Häusern« auf der Reeperbahn im Stadtteil St. Pauli, die abgerissen werden sollen. (mehr…)

Spekulation um Rote Flora

Fote Flora Hamburg
Rote Flora in Hamburg (2011), Foto: flickr/enbodenumer (CC BY-NC-SA 2.0)

Hamburger Senat will autonomes Zentrum zurückkaufen. Demonstration am Sonnabend. Florian Osuch, junge Welt, 17.1.2014
In Hamburg steht erneut eine juristische Auseinandersetzung um die besetzte Rote Flora an. Nachdem der SPD-Senat am Dienstag verkündet hatte, das soziokulturelle Zentrum zurückkaufen zu wollen, bezeichnete der Eigentümer das Angebot der Stadt als Versuch der Nötigung. Immobilienhändler Klausmartin Kretschmer werde auf derlei »Erpressungsversuche nicht eingehen«, erklärte dessen Sprecher.

Am Dienstag hatte Finanzsenator Peter Tschentscher (SPD) für viele überraschend angekündigt, Grundstück und Gebäude für insgesamt 1,1 Millionen Euro zurückkaufen zu wollen. Man strebe eine schnelle Entscheidung an und habe dem Eigentümer ein Ultimatum gestellt. Sollte Kretschmer auf das Angebot nicht eingehen, werde die Stadt ihr Rückkaufsrecht geltend machen – zur Not auch vor Gericht. Dann würde der Eigentümer nur 190.000 Euro bekommen, zu diesem Preis hatte er die Liegenschaft im März 2001 erworben. (mehr…)

Verteidigt »La Casika«

Gefahrengebiet Hamburg
flickr/Ricardo Barquin Molero (CC BY-NC-SA 2.0)

Besetztem Kulturzentrum in Madrid droht Räumung. Demonstration am Sonnabend. Florian Osuch, junge Welt, 17.1.2014
Den sozialen Bewegungen der Metropolenregion Madrid droht der Verlust eines der ältesten besetzten Häuser. Das selbstverwaltete Zentrum »La Casika« in Móstoles, einem Vorort der spanischen Hauptstadt, soll geräumt werden. Erst vor wenigen Wochen hatten die Besetzer den 16. Geburtstag des seit Dezember 1997 okkupierten Areals mit Gebäude und einer Freifläche gefeiert. Jetzt droht die Räumung. Am Sonnabend ist eine Demonstration geplant. (mehr…)

Polizei hebt »Gefahrengebiet« auf

Gefahrengebiet Hamburg
Foto: flickr/txmx2 (CC BY-NC-ND 2.0)

Demonstration am Sonnabend in Hamburg. Stadt will Zentrum »Rote Flora« kaufen. Florian Osuch, junge Welt, 15.1.2014
Stetiger Protest in Hamburg hat dazu geführt, daß die Polizei ein seit dem 4. Januar bestehendes »Gefahrengebiet« aufgehoben hat. Man habe das Ziel erreicht, hieß es bei der Polizei am Montag. Kontrollen würden jedoch »in angemessener Form fortgesetzt«, sagte ein Sprecher gegenüber der Hamburger Morgenpost.

Trotz Beendigung der Maßnahmen gingen auch am Montag Menschen auf die Straße. Am Nachmittag beteiligten sich bis zu 2000 Studierende an einer Demonstration vom Universitätscampus in den Stadtteil St. Pauli. Später zogen einige Hundert durch die Sternschanze. Dort setzte die Polizei mehrere Personen fest und sprach nach Angaben des NDR Platzverweise aus. (mehr…)

Laut, bunt und friedlich

Gefahrengebiet Hamburg
flickr/Rasande Tyskar (CC BY-NC 2.0)

Mit kreativen Aktionen und weiteren Demonstrationen reagieren Hamburger auf Polizeischikanen. »Gefahrengebiet« verkleinert. Florian Osuch, junge Welt, 9.1.2014
Erneut haben in Hamburg Hunderte gegen das von der Polizei eingerichtete »Gefahrengebiet« protestiert. Am Samstag zog eine Lärmdemo durch den Stadtteil St. Pauli. Mit Tröten, Rasseln und anderen Krachmachergegenständen protestierten Bewohner gegen die anhaltenden Polizeischikanen in ihrem Viertel. An dem Umzug beteiligten sich auch Familien mit ihren Kindern, die von den allabendlichen Polizeisirenen genervt sind. Bereits am Freitag hatten sich mehrere hundert Personen zu einer Kissenschlacht an der Reeperbahn getroffen und wollten so ihren Unmut über die massiven Polizeikontrollen ausdrücken. Tags zuvor waren bis zu 600 Menschen zu einer Fahrraddemo quer durch die Hamburger City und die betroffenen Bezirke Altona, St. Pauli sowie das Schanzenviertel gekommen. (mehr…)

Englands schmutziger Krieg

Mural Collusion Belfast RUC British Army UVF UDA
flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Ende vergangenen Jahres sorgte eine von der BBC ausgestrahlte Dokumentation für Aufsehen. Der Film »Großbritanniens geheime Terror-Truppe« legte dar, dass die britische Armee Anfang der 1970er Jahre Mordkommandos unterhielt. Florian Osuch Marx21 13.1.2014
In der BBC-Doku berichten Mitglieder der damaligen »Military Reaction Force« (MRF), wie Angehörige der MRF vor allem in der Metropole Belfast irische Zivilisten ermordete, um die »IRA zur Strecke zu bringen«. Sie bestätigen erneut, was Hinterbliebene, lokale Initiativen und Menschenrechtsorganisationen in jahrzehntelanger Recherchearbeit ans Tageslicht gebracht haben: Britische Sicherheitskräfte – Polizei, Militär und auch die Geheimdienste – führten einen schmutzigen Krieg in Nordirland, kooperierten mit Todesschwadronen und schreckten auch selbst vor extralegalen Hinrichtungen nicht zurück. (mehr…)

Hamburg: Demo im »Gefahrengebiet«

Gefahrengebiet Hamburg
flickr/Victor Serri (CC BY-NC-SA 2.0)

Erneut Protest in Hamburg. Neuer Zeuge bezweifelt Angriff auf Polizeiwache. Florian Osuch, junge Welt, 9.1.2014
Die sozialen Bewegungen in Hamburg trotzen dem von der Polizei eingerichteten »Gefahrengebiet«. Am Dienstag zogen den dritten Abend in Folge Hunderte durch den Stadtteil St. Pauli. Ab 19 Uhr hatten sie sich am Kunstprojekt »Park Fiction« nahe der Hafenstraße versammelt. Die Polizei führte in der Umgebung Kontrollen durch. Schließlich zogen bis zu 800 Personen über die Reeperbahn. An der Spitze des Zuges war ein Transparent mit der Aufschrift »Make Love« entfaltet worden. Später versammelten sich am Bahnhof Schlump im Stadtteil Eimsbüttel erneut etwa 100 Personen. Dort sollen Feuerwerkskörper gezündet worden sein. Die Polizei nahm 17 Personen in Gewahrsam. (mehr…)

Spaziergang in den Polizeikessel

Gefahrengebiet Hamburg
Foto: flickr/txmx2 (CC BY-NC-ND 2.0)

Demonstranten in Hamburg festgehalten. Innenausschuß debattiert »Gefahrenzone«. Florian Osuch, junge Welt, 8.1.2014
Am Montag abend versammelten sich im Hamburger Stadtteil St. Pauli erneut Aktivisten zu einem »Stadtteilrundgang gegen Gefahrengebiete«. Als die Gruppe Richtung Reeperbahn zog, kamen immer mehr Menschen aus Seitenstraßen. Schnell erhöhte sich die Zahl der Teilnehmer auf mehrere hundert, doch man kam nicht weit: Die Polizei sperrte Straßen und kesselte viele Demonstranten wie bereits am Vorabend ein.

Im von der Polizei eingerichteten »Gefahrengebiet«, welches große Teile der Stadtteile Altona, St. Pauli und Sternschanze umfaßt, seien inzwischen seit Samstag 400 Personen kontrolliert worden, meldete der NDR. 90 Aufenthaltsverbote seien ausgesprochen worden. Betroffen davon sind nach jW-Recherchen auch Personen, die dort wohnen und polizeilich gemeldet sind. (mehr…)

Angriff nur erfunden?

Recht auf Stadt Hamburg
flickr/Victor Serri (CC BY-NC-SA 2.0)

Hamburg: Nach Vorwürfen eines Anwalts korrigiert die Polizei ihre Version über Angriff auf eine Polizeiwache. Festnahmen im »Gefahrengebiet«. Florian Osuch, junge Welt, 7.1.2014
In Hamburg hat sich die Situation um ein von der Polizei am Samstag eingerichtetes »Gefahrengebiet« weiter verschärft. Am Wochenende wurden dort bis zu 260 Personen kontrolliert. 62 Aufenthaltsverbote seien erteilt worden, meldete der NDR am Montag. In der Nacht zum Montag setzte die Polizei 40 Personen nahe des linken Kulturzentrums »Rote Flora« fest. Sie sollen an einem spontanen Aufzug für den Erhalt des besetzten Hauses teilgenommen haben. Als sie sich weigerten, ihre Personalien preiszugeben, wurde die Gruppe in Gewahrsam genommen. Zeitgleich protestierten etwa 400 Personen gegen die Einrichtung des »Gefahrengebiets«, das große Teile der Sternschanze, Altonas und St. Paulis betrifft. Christiane Schneider, innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, hält die Einrichtung der Zone für rechtswidrig. »Wir prüfen, ob wir dagegen klagen werden«, erklärte sie. (mehr…)