Neuerscheinung: Antideutsche

Anton Stengle: Antideutsche. Zambon VerlagEin weiterer Titel beschäftigt sich mit den Antideutschen. Florian Osuch, analyse & kritik, 19.4.2013
Anton Stengle analysiert deren Entstehung und Niedergang. Nach »Die antideutsche Ideologie« (Robert Kurz, 2003) und »Sie warn die Antideutschesten der deutschen Linken« (Hg. Gerhard Hanloser, 2004) das wohl ausführlichste Werk zu den bisweilen ins Neokonservative abgedrifteten ehemaligen deutschen Linken.

Der Autor holt weit aus: In Teil I geht es um die Gründung Israels, um die deutsche Linke – u.a. um das Verhältnis von KPD, SED und der antiimperialistischen Bewegungen zu Israel – sowie um die offiziellen Beziehungen BRD-Israel. Dies ist aufschlussreich, weil nach 1945 »kaum ein anderer europäischer Staat so fest hinter Israel stand wie die BRD«, so Stengle.

Teil II beleuchtet AkteurInnen und Geschichte der antideutschen Strömung: vom ersten Irakkrieg 1990/91 über den »War on Terror« – vom Protagonisten Stephan Grigat als »Krieg gegen den islamischen Faschismus« bezeichnet – bis zur Befürwortung der Erstürmung einer Gaza-Hilfsflottille 2011.

Teil III beschäftigt sich mit Antizionismus und Linken in Israel, da Antideutsche stillschweigend davon ausgehen, dass alle Jüdinnen und Juden bzw. Israeli die Politik Israels unterstützen würden, meint Stengle. Gruppen wie Peace Now, Gush Shalom oder Meretz würden aber das Gegenteil beweisen.

Das Kapitel IV geht der Frage nach, ob antideutsche Gruppierungen samt deren Hauptorgan „Bahamas“ oder auch Blättern wie „Phase2″ oder „Jungle World“ noch Teil der Linken sind.

Anton Stengle: Antideutsche. Zambon Verlag, Frankfurt am Main 2012. 330 Seiten, 12 EUR.