Archiv für Januar 2013

Ein Leben für die irische Freiheit

IRA-Aktivistin und ehemalige politische Gefangene Dolours Price verstarb 61jährig nahe Dublin. Florian Osuch, junge Welt, 26.1.2013
In Irland ist in der Nacht zu Donnerstag Dolours Price, eine Veteranin der Irisch Republikanischen Armee (IRA), im Alter von 61 Jahren verstorben. Sie wurde in ihrem Haus in der Kleinstadt Malahide nördlich der Hauptstadt Dublin tot aufgefunden. Der Independent meldete gestern, die Polizei gehe von einem Herzstillstand aus.

Dolours Price stammte aus einer Familie irisch-republikanischer Aktivisten. Ihr Vater war in den 1930er Jahren Mitglied des sozialistischen »Republican Congress«, ihre Mutter Mitglied der Frauenorganisation »Cumann na mBan«. Price wurde in Belfast geboren und schloß sich bereits in den späten 1960er Jahren der irischen Freiheitsbewegung an. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Marian Price, ebenfalls eine politische Aktivistin, gehörte sie in den frühen 1970er Jahren zu den ersten Frauen, die Mitglieder der IRA wurden. (mehr…)

Festnahmen im Baskenland

Festnahmen nach Demo im Baskenland wegen SEGIAktivisten in Donostia wegen Zugehörigkeit zu Jugendorganisation verhaftet. Florian Osuch, junge Welt, 21.1.2013
Drei per Haftbefehl gesuchte junge baskische Aktivisten sind am Sonnabend im Anschluß an eine Demonstration in Donostia (span. San Sebastián) festgenommen worden [Video von Demo und Festnahme]. Xabier Lujanbio, Arkaitz Anza und Maitane Linazasoro waren Ende des vergangenen Jahres vom obersten spanischen Gerichtshofes zu sechs Jahren Haft wegen ihrer Zugehörigkeit zur linken Jugendorganisation SEGI verurteilt worden. Die zwei Männer und eine Frau, alle 26 Jahre alt, hatten daraufhin per Videobotschaft erklärt, sich der Festnahme zu entziehen. (mehr…)

Kurzrezension: Arbeiterpolitik 1-2013

Zeitschrift ArbeiterpolitikDas vorliegende Heft der »Informationsbriefe der Gruppe Arbeiterpolitik« ist eine Sonderausgabe zur Krise in Griechenland. Florian Osuch, junge Welt, 21.1.2013
Eine 16köpfige Reisegruppe hatte im September 2012 das Land besucht und dazu jetzt Beiträge zusammengetragen. Es gibt Berichte von Treffen mit Belegschaften aus dem öffentlichen Dienst, der Metallindustrie und dem Transportgewerbe. (mehr…)

Auftrittsverbot für baskische Band in Madrid

Gefährlich, gefährlich: Ein für den 18. Januar 2013 in Madrid geplantes Konzert der bekannten linken baskischen Rockgruppe Soziedad Alkoholika ist abgesagt worden. Florian Osuch, junge Welt, 18.1.2013
Die Musiker gaben an, es habe »Bedrohungen und Druck der Polizei« gegen die Konzerthalle Rock Kitchen gegeben, berichtete die Zeitung 20 minutos. (mehr…)

Neuerscheinung: Dissidenz in der DDR

Neuerscheinung: Dissidenz in der DDRDer Sammelband »Das Begehren anders zu sein« beschäftigt sich mit politischer und kultureller Dissidenz in der DDR. Florian Osuch, analyse & kritik, 18.1.2013
Die Herausgeberin Anne Seeck verspricht, »linke Analysen den Mainstream-Darstellungen entgegenzustellen«, grenzt sich zugleich gegen eine »Re-Idealisierung der DDR« ab. Hochinteressant, so scheint es, doch das Buch enthält grobe Mängel. Das selbstgesteckte Ziel wird weit verfehlt. Einige Beispiele: (mehr…)

Antifaschist zu Haftstrafe verurteilt

Dresden Nazifrei! Antifaschist zu Haftstrafe verurteiltEin Berliner ist am Mittwoch in Dresden wegen der Teilnahme an antifaschistischen Blockadeaktionen zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Florian Osuch, junge Welt, 17.1.2013
Der 36jährige soll nach Auffassung des Gerichts im Februar 2011 eine Gruppe Demonstranten des Bündnisses »Dresden Nazifrei« per Megafon dirigiert und zum Durchbrechen einer Polizeiabsperrung aufgefordert haben. Er wurde dafür zu einem Jahr und zehn Monaten Gefängnis ohne Bewährung verurteilt. (mehr…)

Abgehängt – Zum Flaggenstreit in Nordirland

belfast union jack flag
flickr/MissCopenhagen
CC BY-NC-ND 2.0

In Nordirland eskaliert der Flaggenstreit. Britisch-protestantische Unterschicht sieht sich als Verlierer im Friedensprozeß. Florian Osuch, junge Welt, 10.1.2013
Gestern zierte erstmalig seit dem im Nordirland entbrannten Flaggenstreit wieder die britische Fahne das Rathaus von Belfast. Anlaß ist der 31. Geburtstag von Kate Middleton, Herzogin von Cambridge und Gattin des englischen Prinzen William. Dies konnte jedoch nicht verhindern, daß es in der sechsten Nacht in Folge zu Ausschreitungen kam. Im mehrheitlich von britischen Protestanten bewohnten Ostbelfast lieferten sich vor allem Jugendliche Krawalle mit der Polizei. Britische Flaggen schwenkende Anwohner blockierten eine zentrale Brücke, später am Abend wurden Steine und Benzinbomben auf Sicherheitskräfte geworfen.

Seit nunmehr fünf Wochen kommt es im Norden Irlands fast jeden Tag zu Protesten. Probritisch eingestellte Einwohner der Provinz kritisieren die Entscheidung des Stadtparlaments von Belfast, den Union Jack nur noch an bestimmten Tagen über dem Rathaus wehen zu lassen und nicht wie bisher das ganze Jahr über. Diese Praxis würde die britische Identität bedrohen, heißt es, obwohl das nordirische Parlament in Stormont ein ganz ähnliches Verfahren praktiziert. Die Entscheidung war ein Kompromiß. Während die irische Linkspartei Sinn Féin am liebsten ganz auf das verhaßte Banner verzichtet hätte, wollten die britischen Parteien am Status quo festhalten. Die Einigung kam nur zustande, weil die kleine liberale Alliance Party für den Kompromiß votierte. Daraufhin entlud sich zunächst der Zorn gegen Einrichtungen dieser überkonfessionellen Partei. Büros wurden verwüstet und Abgeordnete mit dem Tode bedroht. Insgesamt wurden in den vergangenen Wochen rund hundert Randalierer festgenommen, 60 Polizisten verletzt. (mehr…)

Umkämpfter Fanblock

Neonazis suchen Nachwuchs unter Fußballfans. Florian Osuch, SoZ, 1.1.2013
Neonazis haben scheinbar wieder den Fußball als Propagandafläche entdeckt. In NRW fallen dabei Dortmund und die Region Aachen auf. In den vergangenen Monaten machten Neonazis mit Aktivitäten in und um bundesdeutsche Fußballstadien auf sich aufmerksam. Mehrere Vorfälle ereigneten sich bei Vereinen aus Nordrhein-Westfalen, insbesondere beim Erstligisten Borussia Dortmund sowie bei Alemannia Aachen aus der 3. Liga.

Beobachter der Neonazis in NRW wundert nicht, dass sich ausgerechnet bei diesen Vereinen rechte Fans unter das Publikum mischen und sich teilweise wie Fische im Wasser bewegen. Die Region Aachen sowie die Ruhrmetropole Dortmund samt Umland gelten als Hochburgen des Rechtsextremismus in NRW. Dort gibt es Kameradschaften, teils langjährig gewachsene Strukturen der Neonaziszene, und es finden regelmäßig Überfälle statt. Das NRW-Innenministerium verbot im Sommer dieses Jahres die «Kameradschaft Aachener Land» sowie den «Nationalen Widerstand Dortmund.» Insgesamt 900 Polizisten führten landesweit Razzien in Wohnungen und Räumlichkeiten von Neonazis dieser Gruppierungen durch. (mehr…)