Archiv für November 2007

Demonstrationsverbot in Madrid

Carlos Madrid
foto: kaos en la red

Spanien: Gedenken an ermordeten Antifaschisten untersagt. Faschisten ehrten Franco. Florian Osuch junge Welt 21.11.2007

Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Tod des spanischen Diktators Francisco Franco hängt dessen langer Schatten noch immer über Madrid. An seinem 32. Todestag marschierten am Dienstag erneut mehrere tausend Anhänger Francos durch die spanische Hauptstadt. Darunter alte Faschisten, die 1936 am Putsch gegen die Volksfrontregierung teilgenommen hatten, ebenso wie ehemalige Staatsfunktionäre der 40jährigen Diktatur sowie junge Neonazis. Neben Madrid war das etwa 50 Kilometer entfernte Valle de los caídos, das »Tal der Gefallenen«, Hauptanlaufpunkt für die Franco-Verehrer. Dort ist der Faschist in einer monumentalen Anlage neben rund 40000 Soldaten begraben. 20.000 Zwangsarbeiter mußten die »Heldengedenkstätte« in 19jähriger Bauzeit errichten. Hauptbestandteil ist eine in den Berg geschlagene Kirche. Über allem ragt ein 150 Meter hohes Kreuz, das bereits aus großer Entfernung zu sehen ist. Ins Valle de los caídos zog es bereits am Sonntag und Montag Hunderte Aktivisten der Falange. Sie war Staatspartei unter der Franco-Diktatur und ist in Spanien noch heute legal.
(mehr…)

»Ohne öffentlichen Druck würde keine Tafel hängen«

Ute DonnerGedenken an vor 15 Jahren von Neonazis ermordeten Berliner Antifaschisten Silvio Meier. Ein Gespräch mit Ute Donner. Florian Osuch junge Welt 20.11.2007

Wann haben Sie sich erstmals näher mit dem Antifaschisten Silvio Meier beschäftigt, der vor 15 Jahren von Neonazis in Berlin-Friedrichshain ermordet wurde?
Angefangen hat alles an einem Morgen im Oktober 1998. Immer, wenn ich die Treppe vom U-Bahnhof Samariterstraße hinaufstieg, fiel mein Blick auf eine Gedenktafel mit der Aufschrift »Hier wurde Silvio Meier am 21. November 1992 von Faschisten ermordet«. Plötzlich war die Tafel weg, und ich konnte das nicht einfach so hinnehmen. Ich brachte eine provisorische Gedenktafel und gemalte Bilder an der leeren Stelle an, die jedoch immer wieder entfernt wurden. Ich erstattete Anzeige und kontaktierte die lokale Bezirksverordnetenversammlung. Plötzlich tauchte die Tafel bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) wieder auf und wurde am Vortag des 21. November 1998 erneut angebracht.
(mehr…)

15 Jahre Silvio-Meier-Gedenken

Silvio MeierJährliches Erinnern an 1992 von Neonazis erstochenen Antifaschisten und Hausbesetzer in Berlin. Florian Osuch junge Welt 14.11.2007

Silvio Meier – Antifaschist und Aktivist der Hausbesetzerbewegung in Berlin – wurde am 21. November 1992 von Neonazis getötet. Er und einige Freunde gerieten vor 15 Jahren auf dem U-Bahnhof Samariterstraße in Berlin-Friedrichshain mit Neonazis in Streit. Es folgte eine Schlägerei, zurück blieben mehrere schwer verletzte Antifaschisten; Silvio Meier verstarb kurze Zeit später an einer Stickwunde.
(mehr…)

Antifaschist in Madrid ermordet

Neofaschist sticht bei Naziaufmarsch auf protestierende Linke ein. Florian Osuch junge Welt 13.11.2007

Am Sonntag morgen ist in Madrid ein junger Antifaschist von einem Neonazi erstochen worden. Der 16jährige Carlos J.P. wurde durch mehrere Messerstiche so schwer verletzt, daß er kurze Zeit später starb. Nach Angaben der spanischen Tageszeitung El Mundo befindet sich noch ein weiterer junger Mann mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. (mehr…)