Archiv für Mai 2003

»Gefährliches politisches Vakuum«

Sinn FéinIrlandweite Aktionen von Sinn Féin gegen Verschiebung der Nordirland-Wahl. Florian Osuch junge Welt 28.05.2003

»Es gibt keinen Grund, warum wir im Mai nicht wählen können«, so das Statement von Sinn-Féin-Präsident Gerry Adams zu den ursprünglich für den morgigen Donnerstag geplanten Wahlen zum nordirischen Parlament. Sie wurden inzwischen auf Herbst vertagt. Die britische Regierung hatte den Termin vor sechs Wochen erneut verschoben, weil sich der Unionisten-Führer David Trimble geweigert hatte, mit Sinn Féin auf parlamentarischer Ebene zusammenzuarbeiten, solange sich die ihr nahestehende IRA nicht völlig entwaffnet habe.
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Terror vor der »Marschsaison«

Besorgnis über zunehmende Angriffe auf Katholiken in Nordirland. Florian Osuch junge Welt 25.05.2011

In Nordirland beginnt der heiße Sommer bereits im Frühjahr. Noch vor dem offiziellen Start der Marschsaison protestantischer Unionisten mehren sich die Anschläge gegen die irische Bevölkerung. In den vergangenen Wochen wurden ungewöhnlich viele Anschläge auf Häuser sowie gegen Personen gemeldet. In Nordbelfast kam es nun über mehrere Tage zu Auseinandersetzungen zwischen einem loyalistischen Mob und der Verteidigungsgruppe, die in jedem irischen Bezirk für den Schutz der Anwohner sorgt. Allabendlich griffen Jugendliche unterstützt von Paramilitärs von Iren bewohnte Häuser des angrenzenden Viertels mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern an. Eine Familie mußte nach der Detonation einer Rohrbombe aus ihrem Haus flüchten. Die immer noch zu über 90 Prozent aus probritischen Unionisten bestehende Polizei griff nicht ein, obwohl sie in der Nähe mit mehreren gepanzerten Wagen Position bezogen hatte. Im Süden von Belfast verübten loyalistische Paramilitärs einen Brandanschlag auf eine Grundschule und verursachten einen Sachschaden von mehreren tausend Pfund.
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Symbol des irischen Widerstands

Belfast mural Bobby Sands
flickr/PPCC Antifa (CC BY-NC-SA 2.0)

Hungerstreik in britischem Gefängnis hielt 1981 die Welt in Atem. Thatcher blieb eisern. Florian Osuch junge Welt 05.05.2003

Heute vor 22 Jahren starb Bobby Sands nach 66 Tagen Hungerstreik im britischen Hochsicherheitsgefängnis von Long Kesh. Als Kommandeur der Untergrundorganisation IRA in den sogenannten H-Blocks der Haftanstalt hatte er am 1. März 1981 den zweiten großen Hungerstreik der proirischen Gefangenen begonnen. Ein Jahr zuvor war der erste Hungerstreik erfolglos abgebrochen worden – der Status des politischen Gefangenen wurde den Häftlingen verwehrt. Zu ihrer zweiten Protestaktion hatten die Gefangenen fünf konkrete Forderungen zur Verbesserung der Haftbedingungen formuliert. Dazu gehörten das Recht auf eigene Kleidung, auf freie Zusammenkunft der Gefangenen sowie das Recht auf Strafnachlaß wie bei normalen Gefangenen ebenso wie die Ablehnung von Zwangsarbeit und das Recht auf einen Besuch, einen Brief und ein Päckchen pro Woche.
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